"Schönheit kennt die Grenze der Zeit nicht"

Pirelli-Kalender - Interview mit Managing Director Dieter Jermann.

Seit 1964 gibt der italienische Reifenhersteller Pirelli einen Kalender heraus, der nur an Freunde des Unternehmens verschenkt wird. Am Donnerstag 23. November wurde in Zürich der Pirelli-Kalender 2007 vorgestellt, für den die Schauspielerinnen Penelope Cruz, Naomi Watts, Hillary Swank, Sophia Loren und Lou Doillon gewonnen werden konnten. "persoenlich.com" nahm die Gelegenheit war, um Dieter Jermann, Managing Director Pirelli Schweiz, zum Wert des Kalenders für Pirelli zu befragen.

Dieter Jermann, der Pirelli Kalender ist erstmals 1964 herausgegeben worden. War er damals einfach als Weihnachtsgeschenk für gute Kunden gedacht?

Mit dem Pirelli Kalender hat die Firma von Beginn an ein Zeichen gesetzt, indem sie ihren treuen Kunden und Geschäftspartnern ein originelles Geschenk überreichte. Der Kalender hatte stets einen hohen künstlerischen Anspruch und bereits der erste Kalender – kreiert durch Robert Freeman, dem Hoffotograf der Beatles – erlangte Kultstatus. In dieser künstlerischen Tradition standen auch alle folgenden Kalender. Wir sind sicher, dass sich eben damit der Erfolg und die Begehrtheit des Kalenders erklärt.

Und welche Bedeutung hat der Kalender für Pirelli heute?

Genau dieselbe, die er bereits 1964 hatte. Schon immer wollte sich Pirelli mit diesem einzigartigen Stück bei ihren engsten Partnern und besten Kunden für die Zusammenarbeit bedanken.

Im Zusammenhang mit dem Pirelli Kalender wird oft von einem Mythos die Rede. Wie ist der entstanden?

Berühmte Fotografen haben die schönsten Seiten von fazinierenden Frauen verewigt. Schönheit und deren Darstellung kennen die Grenzen der Zeit nicht: Genau so entsteht ein Mythos. Sogar der Universalgelehrte Umberto Eco hat dies in seinem neuesten Buch über die Geschichte der Schönheit bestätigt: "Schönheit", sagt Eco, "verlangt die pure, interessenlose Kontemplation." Und genau dies wollen wir mit unserem Kalender kommunizieren.

Der Kalender erscheint in limitierter Auflage und wird nur verschenkt. Warum hat man nie an einen öffentlichen Verkauf gedacht?

Der Pirelli Kalender ist ein Kunstwerk, das exklusiv bleiben soll. Würden wir es einem breiten Publikum anbieten, ginge diese Exklusivität schnell verloren.

Kann man den Marketing- und PR-Wert beziffern, den der Kalender für Pirelli hat?

Der Pirelli Kalender hat eine beachtenswerte und nicht zu unterschätzende Resonanz in den Medien, und zwar nicht nur im Zusammenhang mit dessen jährlicher Neuerscheinung, sondern auch unabhängig davon. Hier erkennt man den eigenständigen Wert des Kalenders als Kunstobjekt. Nicht umsonst wurden die schönsten Bilder in berühmten Galerien und Museen ausgestellt -- ganz im Sinne der Marke Pirelli. Da auch die Kunst- und Modewelt darüber spricht und schreibt, ist es ziemlich schwierig, den Marketing- und PR-Wert des Kalenders zu beziffern.

Wird es irgendwann auch den Pirelli Kalender für die Frau mit männlichen Models geben?

In Italien verdrehen die Frauen den Männern halt immer noch den Kopf, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Spass beiseite: Die Inhalte des Kalenders sind der Ursprungsidee, die weibliche Schönheit zu verewigen, treu geblieben und werden es ganz bestimmt weiterhin bleiben.

(Interview: Stefan Wyss)

--> Was an der Pirelli Film & Calendar Night geboten wurde und die Bilder des Abends unter: