Noch nie war gutes Aussehen so wichtig wie heute, noch nie wurde so viel Geld für Schönheitsprodukte ausgegeben. Immerhin 30 Prozent aller Verbraucher investieren heute mehr Geld in ihr Äusseres als je zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt die Nielsen Company in einer neuen internationalen Studie. Via Internet wurden 25408 Verbraucher nach ihren Kaufgewohnheiten und Ansichten zum Thema Schönheit gefragt.
Kulturelle Herkunft ist offensichtlich der Faktor, der die Haltung zum Thema Schönheit und die entsprechenden Kaufgewohnheiten am stärksten beeinflusst. So belegen ans Mittelmeer angrenzende Länder wie Portugal, Frankreich und Griechenland gemeinsam mit Brasilien durchgängig die vordersten Ränge in der Studie: In Frankreich und Portugal sind mit 85 Prozent der Nennungen, die meisten der Ansicht, dass der Druck gut auszusehen heutzutage um ein vielfaches höher ist als zu Zeiten, als unsere Eltern jung waren. In der Schweiz sind 78 Prozent der Befragten dieser Meinung. Während in Brasilien, Portugal und Griechenland mehr als 75 Prozent Wert auf quasi tägliches Styling legen, sind es in der Schweiz nur 41 Prozent.
Südamerika schönheitsbewusstester Kontinent
Was die Entwicklung der Ausgaben für Schönheitsprodukte angeht, toppt Lateinamerika die Liste der Regionen: 42 Prozent der Konsumenten dort, gefolgt von 35 Prozent in Asien, gestehen, heute mehr für derartige Artikel und Behandlungen auszugeben als in den vergangenen Jahren. Innerhalb Europas ist Spanien Spitzenreiter mit 42 Prozent. In der Schweiz geben lediglich 23 Prozent an, mehr als zuvor für Schönheitsprodukte auszugeben.
Die als eher "qualitätsbewusst bekannten Schweizer stufen teure Kosmetik und Haarprodukte nicht als besser in der Qualität ein als günstigere Alternativen aus dem Massenmarkt. Nur gerade 10 Prozent der Schweizer glauben an eine bessere Wirksamkeit von teuren Haarprodukten. 55 Prozent stimmen teilweise zu, dass teure Produkte qualitativ besser sind und 35 Prozent stimmen gar nicht zu. Damit liegt die Schweiz hinter den Niederlanden an zweiter Stelle. Auch bei Hautpflegeprodukten und Kosmetika liegt die Schweiz weite vorne bei den Ländern die teure Produkte nicht als besser empfinden als Massenmarktprodukte.
Der metrosexuelle Mann
Was die Studie ebenfalls deutlich zum Ausdruck bringt, ist die hohe Akzeptanz des metrosexuellen Erscheinungsbildes. Das traditionelle maskuline Klischee wird zunehmend unterminiert, und dies allem Anschein nach mit Zustimmung der breiten Weltöffentlichkeit: Während bei vielen anderen Fragen rund um Schönheit signifikante regionale und kulturelle Differenzen zu Tage treten, ist man sich recht einig, wenn es um den "neuen Mann geht.
Im internationalen Durchschnitt finden es 78 Prozent der Verbraucher völlig in Ordnung, wenn Männer Zeit und Geld auf ihr Äusseres verwenden, in der Schweiz sind es gar 82 Prozent. Am positivsten wird der metrosexuelle Trend in Ländern aufgenommen, die sowieso noch nie für Machotum bekannt waren, nämlich in Neuseeland (91 Prozent), Dänemark und Südafrika (jeweils 91 Prozent) sowie in den USA (84 Prozent).