Am Sonntag jährte sich der Einsturz der Rana Plaza Textilfabrik in Bangladesch zum dritten Mal, bei dem über 1000 Menschen starben. Zum Gedenken an dieses Unglück findet am 24. April der Fashion Revolution Day statt. Die Entwicklungsorganisation Helvetas lanciert nun das Projekt «Slow Fashion Container». Sie will die Konsumentinnen und Konsumenten mit dieser Aktion für den aufwändigen Weg sensibilisieren, den ein biologisch und fair produziertes Kleidungsstück hinter sich hat, wenn es bei der Käuferschaft landet.
Konkret mobilisiert Helvetas Schweizerinnen und Schweizer, via Crowd Ordering ein T-Shirt heute zu bestellen, um es nach der Produktion in rund einem Jahr zu beziehen. Ziel ist es, aus einem Container – die übliche Liefereinheit im internationalen Handel – voll Biobaumwolle aus Mali 100'000 T-Shirts produzieren zu lassen.
Transparente Herstellung
Die Konsumentinnen und Konsumenten können den Weg ihres fair produzierten T- Shirts Schritt für Schritt verfolgen – vom Baumwollfeld bis in den eigenen Kleiderschrank: Helvetas begleitet eine afrikanische Bäuerin von der Aussaat der Biobaumwolle im Mai bis zur Ernte im Oktober. Online kann man das Wachsen des T-Shirt-Rohstoffs, den Transport des Containers nach Thessaloniki sowie die Weiterverarbeitung in Griechenland und Mazedonien beobachten.
Die britische Politaktivistin und Modedesignerin Katharine Hamnett hat das Shirt exklusiv für Helvetas designt. In einem Jahr, im Frühling 2017, werden die T-Shirts in der Schweiz verteilt – Slow Fashion eben. Helvetas engagiert sich seit über 20 Jahren für fair und ökologisch produzierte Textilien und ist eine Pionierin der Bio-Fairtrade-Baumwollproduktion. Die Entwicklungsorganisation will mit dem Projekt zum Umdenken und Handeln anregen. Oft würden Kleider auf Kosten der Textilarbeiter und der Umwelt billig produziert, unüberlegt eingekauft und nach kurzem Tragen wieder entsorgt. Das soll sich ändern, schreibt Helvetas. (pd)
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