Das Halbjahresergebnis der Gruppe sei ganz klar unbefriedigend, sagte Valora-Konzernchef Peter Wüst am Dienstag vor den Medien in Zürich. Wie bereits vor dem Wochenende berichtet, hat der Konzern den Gewinn von 27,2 Mio. auf 11,9 Mio. Franken mehr als halbiert. Die Jahresziele für 2007 können nun nicht mehr erreicht werden. Die fehlenden Erträge liessen sich im zweiten Halbjahr nicht kompensieren, heisst es.
Schuld sei das schwache Schweizer Kioskgeschäft. Die positive Entwicklung der meisten Geschäftsaktivitäten hätten die "massive Ergebnisverschlechterung" im Kioskgeschäft Schweiz nicht wettmachen können. "Wir haben uns auf Windstärke fünf eingestellt und haben jetzt aber sieben", sagte Wüst. Zwar habe Valora die erwarteten Einbussen bei den Verkäufen von Tabak, Zeitschriften und Zeitungen durch eine Ausweitung bei margenstärkeren "Food"-Sortiments kompensiert.
Gelitten hat die Gruppe aber, weil die Verkäufe von Sammelbildern nicht so florierten wie im Fussball-WM-Jahr 2006. Zudem waren die Einnahmen aus den Lotterien und Glücksspielen wider Erwarten eingebrochen - im ersten Halbjahr stand kaum je ein fetter "Jackpot" im Spiel. Die Schlappe beim Kioskgeschäft hat auch personelle Konsequenzen. Der Leiter des Bereichs Retail, Manfred Zipp, verlässt das Unternehmen, wie Valora am Montag bekannt gab ("persoenlich.com" berichtete). Konzernchef Wüst übernimmt ab sofort vorübergehend die Leitung des Bereichs Retail Schweiz.
Die eingeschlagene Strossrichtung mit einer Konzentration auf das Handelsgeschäft sei richtig, sagte Wüst. Die eingeleiteten Massnahmen müssten nun schneller und härter umgesetzt werden. Zur Ertragsverbesserung sollen Anpassungen beim Sortiment im Filialnetz und bei der Organisationsstruktur vorgenommen werden. Zudem will Valora ihr neues Kiosk-Konzept mit Nachdruck umsetzen. (sda)