Schweizer Metzger weiterhin mit eigenen Qualitätslabels für Fleisch

VSM - Stiftung für Konsumentenschutz mässig begeistert.

Der Fleischkonsum in der Schweiz ist stabil, doch macht den Metzgern der starke Rückgang traditioneller Fleischsorten zu schaffen. Zusammen mit den Bauern streben sie nun eine bessere Qualitätssicherung an - weiterhin mit eigenen Labels. Es herrsche derzeit ein "Labelsalat" bei der Deklaration des Fleisches und den gelte es zu stoppen: Zu diesem Fazit ist der Verband Schweizer Metzgermeister (VSM) gekommen, wie VSM-Direktor Balz Horber am Donnerstag in Zürich vor den Medien sagte. Metzger und Bauern wollen die Fleischqualität deshalb nun gemeinsam sichern.

Das Logo "Metzgerqualität" des VSM soll verbunden werden mit dem "Qualitäts-Management Schweizer Fleisch" (QM-SF) des Schweizerischen Bauernverbands (SBV). An der Verkaufstheke soll ersichtlich werden, welches Fleisch von Bauernhöfen kommt, die dem QM-SF-Programm angeschlossen sind und welches nicht. Das QM-SF entspricht im Wesentlichen den gesetzlichen Bestimmungen, geht aber im Bereich Tiergesundheit und Fütterung darüber hinaus. So müssen etwa die Futtermittel frei von gentechnisch veränderten Organismen sein.

Eigene Farb-Labels beibehalten

Damit kommen Metzger und Bauern laut Horber dem Informations-Bedürfnis der Konsumierenden nach Herkunft des Fleischs und der Tierhaltung entgegen. Der VSM hält seine Metzger an, bei den Bauern einzukaufen, die im QM-SF-Programm mitmachen. Der Metzgerverband bleibt damit seinen eigenen Labels treu. Es gelten weiterhin die vor ein paar Jahren in der "Deklaration nach Herkunft und Tierhaltung" lancierten Farbdeklarationen blau, grün und gelb. Bestehende Labels wie etwa die "Knospe" könnten aber weiterhin geführt werden. Das eine schliesse das andere nicht aus.

Konsumentenstiftung unzufrieden

Genau dies stört Simonetta Sommaruga, Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). "Kein Konsument und keine Konsumentin kennt das Logo 'Metzgerqualität' und das QM-SF", sagte sie auf Anfrage. Die Begriffe seien zu abstrakt und machten beispielsweise nicht deutlich, ob und welche Zusatzsstoffe bei der Verarbeitung verwendet wurden. Besser wäre laut Sommaruga der Anschluss an bestehende Labels, die auch ausserhalb der Grossverteiler geführt werden.