Welcher Werbeform bringen die Konsumenten in der Schweiz Vertrauen entgegen? Laut einer Online-Konsumentenbefragung von AC Nielsen geniesst nicht etwa klassische Werbung, sondern die Empfehlungen anderer Konsumenten am meisten Ansehen in der Bevölkerung. An der Studie nahmen weltweit rund 25'000 Internet-User aus 47 Ländern teil, 500 davon aus der Schweiz. Insgesamt verlassen sich fast vier von fünf Schweizern auf die Tipps anderer. Damit liegt die Schweiz genau im globalen Schnitt.
Auch Platz zwei im Ranking der Schweiz geht nicht an eine klassische Werbeform: Online veröffentlichte Meinungen von Konsumenten -- zum Beispiel in Blogs oder Bewertungsportalen -- sind für 59 Prozent eine vertrauenswürdige Quelle. Das entspricht beinahe dem weltweiten Durchschnitt (61 Prozent). Immerhin an dritter Stelle folgt mit 56 Prozent die Werbung in Zeitungen, wenn auch diese im globalen Schnitt mit 63 Prozent glaubwürdiger erscheint.
Auf den weiteren Rängen folgen E-Mail-Newsletter, für die man sich selbst angemeldet hat (48 Prozent Schweiz / 49 Prozent weltweit) und Websites von Markenanbietern (48 Prozent Schweiz / 60 Prozent weltweit). Danach Werbung im Radio (47 Prozent Schweiz / 54 Prozent weltweit), in Magazinen (45 Prozent Schweiz / 56 Prozent weltweit) und im TV (42 Prozent Schweiz / 56 Prozent weltweit).
Am wenigsten vertrauen die Schweizer Werbe-SMS, die sie aufs Handy bekommen (9 Prozent Schweiz /18 Prozent weltweit) (siehe Chart 2). Nur 1 Prozent vertrauen Online-Bannern (weltweit 26 Prozent). Auch Werbung vor Filmen (27 Prozent Schweiz / 38 Prozent weltweit) und in Suchmaschinen (29 Prozent Schweiz / 34 Prozent weltweit) sowie Marken-Sponsoring (27 Prozent Schweiz / 49 Prozent weltweit) geniesst in der Schweiz weniger Ansehen.
Insgesamt zeigt die Studie, dass Konsumenten in der Schweiz wie auch in ganz Europa klassischer Werbung deutlich weniger Vertrauen schenken, als anderswo. Vor allem in Lateinamerika und Asien verlassen sich die Menschen stärker darauf, was Unternehmen in TV-Spots, Anzeigen und auf Plakaten anpreisen. Anderswo, vor allem in Lateinamerika und Asien, verfangen diese Verlockungen beim Publikum eher.