Die Schweizerinnen und Schweizer lassen sich auch von der Wirtschaftskrise nicht die Lust auf biologische Produkte nehmen. Der von GfK Switzerland untersuchte Markt für Bioprodukte bleibt auch 2009 mit 5,4 Prozent konstant. Fast 50 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer kaufen mindestens einmal pro Woche Bio-Produkte. Die beliebtesten Produkte sind frisches Brot, Eier, Gemüse, Milchprodukte und Babynahrung. Dies sind die Ergebnisse des "GfK-Retailscan" sowie einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung von 1000 Schweizern.
"Bio" ist nicht nur sehr positiv besetzt, "bio" ist auch sehr lukrativ -- das wissen auch Grossverteiler und Discounter, die ihre Angebotspalette erweitern und aufwerten. Drei Viertel aller Bio-Produkte werden mittlerweile bei den Grossverteilern coop und Migros gekauft, der Rest bei Direktvermarktern (ab Markt/ab Hof) oder im Biofachhandel.
Bio zieht -- vom Single bis zum Fünfpersonen-Haushalt
Entgegen der weitverbreiteten Annahme, Bio sei nur etwas für Kleinhaushalte, spricht der Umstand, dass noch 36 Prozent aller Haushalte über fünf Personen bereit sind, Geld für Bio-Produkte auszugeben. Bei den Single- und Zweipersonenhaushalten sind es hingegen 50 Prozent, die Bio-Produkte bevorzugen und sich dabei auch nicht vom höheren Preis abhalten lassen: bis zu fünfzehn Prozent mehr im Vergleich zu konventioneller Ware sind sie bereit, für biologische Produkte zu zahlen.
Der Preis ist das stärkste Argument der Nicht-Käufer: 68 Prozent von ihnen geben an, die Bio-Produkte seien ihnen zu teuer. Die GfK-Studie zeigt, das immerhin 23 Prozent ein Vertrauensproblem mit dem Begriff "bio" haben, am meisten die Befragten ab Fünfzig. Kaum etwas lebt so sehr vom Verbrauchervertrauen wie der Begriff "Bio" - der Biomarkt steht und fällt mit Begriffen wie "Glaubwürdigkeit" und "Qualität".