Drei Jahre nach der prominenten, von Booz Allen Hamilton in der Schweiz durchgeführten Studie "Managing the Economic Slow Down", die einen Überblick über die Erfahrungen der Top-Manager im Umgang mit rezessiven Entwicklungen vermittelt, präsentiert die Unternehmensberatung heute die Ergebnisse der Nachfolgestudie. Über 120 Top Manager (fast ausschliesslich Geschäftsleitung und Verwaltungsräte) hatten sich beteiligt, davon knapp die Hälfte (46 Prozent) CEOs und ein Viertel CFOs. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die grössten Schweizer Unternehmen für die Realisierung von Wachstumschancen in Zeiten des sich anbahnenden wirtschaftlichen Aufschwungs vorbereiten.
Die Rezession scheint überwunden
In den befragten Unternehmen besteht eine klare Perspektive: Das Top-Management erwartet für 2004 ein doppelt so hohes wirtschaftliches Wachstum (4.7 Prozent) wie letztes Jahr (2.2 Prozent). Besonders optimistisch sind die CEOs der Pharma-, Health-Care- und Chemie-Branche (9.2 Prozent) sowie des Schweizer Banken- und Versicherungssektors (6.6 Prozent). Auch der Industriesektor und die Reise-/Tourismus-Branche, beide von der Rezession 2001 besonders stark betroffen, sind optimistisch. Rückläufige Wachstumserwartungen (von 10.6 Prozent auf 2.6 Prozent) gegenüber dem vergangenen Jahr befürchtet einzig der gesamte Bereich Energiewirtschaft.
Ihr Wachstum beschleunigen möchte die Pharma- und Chemiebranche vor allem durch Kostenführerschaft und durch neue Produkte. Stark auf Akquisition setzen die Schweizer Banken und Versicherungen (70 Prozent der befragten Unternehmen) sowie die Energiewirtschaft (60 Prozent der Befragten), die damit die zu erwartende Konsolidierung proaktiv gestalten möchten.
Auch 2004 noch kein Ende des Personalabbaus in Sicht
Die Booz-Allen-Hamilton-Studie zeigt auf, dass sich der in der Schweiz erhoffte Rückgang des Stellenabbaus auch im Jahr 2004 noch nicht in allen Wirtschaftszweigen realisieren lässt: So planen immer noch 33 Prozent der befragten Unternehmen, vor allem im Industriesektor, weitere Stellen abzubauen (2001: 19 Prozent).
Unternehmen investieren wieder in ihre Mitarbeitenden sowie ins Marketing
Dennoch ist branchenübergreifend eine leicht positive Tendenz zu verzeichnen: 44 Prozent der Unternehmen planen wieder zusätzliche Mitarbeitende einzustellen (2001: 53 Prozent). Allein 70 Prozent der Energieunternehmen sehen weitere Einstellungen vor. Zudem wollen die Schweizer CEOs künftig wieder stärker in ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ins Marketing investieren: 52 Prozent der Unternehmen erhöhen die Trainingsbudgets für Mitarbeitende, 58 Prozent planen eine leichte oder starke Steigerung der Marketingausgaben.
Wirtschaft hat Vertrauen in den neuen Bundesrat
Deutliche Ergebnisse zeigen politisch und volkswirtschaftlich ausgelegte Fragestellungen der Booz-Allen-Hamilton-Top-Management-Umfrage. 44 Prozent der befragten Unternehmen haben bezüglich Ankurbelung des Wirtschaftswachstums grösseres Vertrauen in die aktuelle Zusammensetzung des Schweizer Bundesrates als in die vorherige.
Dabei zeigt die Studie auf, dass sich die befragten Top-Manager vom aktuell diskutierten und am 16. Mai 2004 zur Abstimmung vorliegenden Steuerpaket nur geringe Wachstumsimpulse versprechen. Bedeutend wichtiger sind für die Unternehmungen die Schaffung einer forschungs- und innovationsfreundlichen Gesetzgebung und die Liberalisierung von monopolistischen Bereichen. Der Meinung dieser 96 Prozent der befragten Top-Manager schliesst sich auch Dr. Jens Schädler, Partner und Geschäftsführer von Booz Allen Hamilton Schweiz, an: "Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation ist dringend erforderlich, um die Schweiz in der Wettbewerbsfähigkeit als Wirtschaftsstandort nicht weiter zurückfallen zu lassen und das Land wieder auf die vordersten Ränge zu bringen."
Umfragestatistik:
Adressaten: Top-Management der 500 grössten Schweizer Firmen, durchgeführt im März/April 2004; Rücklauf: über 120 ausgefüllte Antwortbogen; Follow-Up der Booz-Allen-Hamilton-Rezessionsstudie 2001 ("Managing the Economic Slow Down -- Top Management Survey in Switzerland").