Am zweiten Tag des Mexiko-Besuches von Bundespräsident Joseph Deiss haben Schweizer Unternehmer einen Verhaltenskodex dem mexikanischen Minister für öffentliche Funktion übergeben. Dies ist der erste derartige Kodex weltweit.
Mit dem Kodex verpflichten sich die Unternehmer unter anderem, keine Schmiergelder zu zahlen und Kartellabsprachen abzulehnen. Ausserdem sagen sie zu, sich an die nationalen Gesetze zu halten, ethische Regeln zu respektieren und keine Angestellten zu diskriminieren. Der Kodex wurde im Beisein von Deiss an Minister Eduardo Romero übergeben.
Von den 376 Schweizer Unternehmen in Mexiko hätten rund 70 Unternehmer den Kodex unterschrieben, sagte der Präsident der mexikanisch-schweizerischen Unternehmensvereinigung AEMS, Karl Frei, in Mexiko-Stadt der Nachrichtenagentur sda. Ziel eines solchen Kodex ist es, das ethische und professionelle Verhalten der Schweizer Geschäftsleute hervorzuheben. Dies soll den Schweizer Unternehmen einen Vorteil im Wettbewerb bringen.
"Ich glaube, dass es möglich ist, in Mexiko ohne Schmiergelder Geschäfte zu tätigen", sagte Frei. Dennoch dürfte die Korruption nicht einfach von heute auf morgen ausgerottet sein. Man wolle mit dem Kodex zur Bewusstseinsschaffung beitragen. Der Schaden durch Korruption in Mexiko ist gross: Laut letzten Schätzungen der Weltbank betrug er 9 Prozent des Bruttoinlandprodukts, sagte Eduardo Romero gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Der mexikanische Minister ist überzeugt, dass dieser Kodex ein Schritt in Richtung einer transparenteren Gesellschaft ist und zu einem gesünderen Verhandlungsklima bei Geschäften führen wird.