2003 haben 1.8 Millionen Erwachsene in der Schweiz einen Weiterbildungskurs besucht. Ihre Zahl nimmt seit 2001 ab. Stottert die Konjunktur, bleiben die Leute den Kursen fern. Zudem bilden sich vor allem bereits gut Ausgebildete weiter.
Das Bundesamt für Statistik registrierte 2.5 Millionen Kurse und 122 Millionen abgehaltene Stunden, wie es am Montag mitteilte. Damit bildeten sich im vergangenen Jahr 36 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Kursen weiter. Zwischen 1993 und 2001 waren es jeweils 40 Prozent gewesen. 2001 erfolgte die Trendumkehr. Individuell bildeten sich 69 Prozent der Bevölkerung weiter. Knapp die Hälfte davon setzte diese Lernform in Ergänzung zu einem Kurs ein. Ausschliesslich individuell bildeten sich 38 Prozent der Erwachsenen fort. Darunter fallen etwa Studium von Fachliteratur, Einsatz elektronischer Medien, Kongresse und Vorträge sowie die Kenntnisvermittlung durch Mitarbeitende.
Konjunkturverlauf gespiegelt
Die Weiterbildung ist wesentlich mit der Arbeit verbunden. Zwei Drittel aller Kurse wurden aus beruflichen Gründen absolviert. Zwischen 1996 und 2001 stieg die Zahl der Erwerbstätigen mit beruflicher Weiterbildung von 33 auf 39 Prozent. Dann sank das Niveau wieder auf 33 Prozent 2003. Damit spiegeln die Weiterbildungen weitgehend den Konjunkturverlauf wieder, wie das BFS schreibt. Geht es der Wirtschaft gut, nimmt die Kursteilnahme zu. Der genaue Zusammenhang sei allerdings noch ungeklärt, räumt das Amt ein.
Arbeitgeber setzen auf Kader
2003 unterstützten die Arbeitgeber vier von fünf Kursen in irgendeiner Form. 27 Prozent der Erwerbstätigen besuchten einen solchen Kurs. Allerdings investieren die Betriebe unterschiedlich in ihre Mitarbeitenden. Grossbetriebe unterstützten 36 Prozent der Mitarbeitenden, mittlere 29 und kleine 19 Prozent. Am häufigsten auf Kurse geschickt wurden Unternehmensleitungen und Vorgesetzte (38 Prozent). Von den übrigen Beschäftigten waren es 23 Prozent. Gut Verdienende erhielten mehr Unterstützung als Personen mit geringem Einkommen.
Auch gut Ausgebildete kamen häufiger in den Genuss der Fortbildung. 55 Prozent der Personen mit einem Hochschul- oder höheren Fachhochschulabschluss erhielten eine Weiterbildung. Bei Menschen mit obligatorischem Schulabschluss war es nur jeder fünfte.