Sedrun Disentis Tourismus wirbt mit Leuchtturm

Steiner Sarnen - Schräge Marketingaktion auf dem Oberalppass.

Seit Dienstag bietet sich auf dem Oberalppass zwischen dem bündnerischen Sedrun und Andermatt im Kanton Uri ein verblüffender Anblick: Auf der Passhöhe steht ein 10 Meter hoher Leuchtturm. In zwei Jahren soll sich noch ein richtiges Rheinfrachtschiff dazugesellen. Der rote Leuchtturm ist ein Nachbau des 14 Meter hohen, historischen Leuchtfeuers "Hoek van Holland", das 70 Jahre lang an der Rheinmündung in Rotterdam stand. Er soll dem Frachtschiff den Weg "nach Hause" an die Rheinquelle weisen, so die Geschichte, die sich die Urheber der touristischen Marketingaktion ausgedacht haben.

Das schräge Vorhaben ist Teil der sogenannten "Vision Rheinquelle", die von der Kommunikationsfirma Steiner Sarnen im Auftrag von Sedrun Disentis Tourismus und Schweiz Tourismus entwickelt wurde. Die originelle Aktion soll das touristische Potenzial der am Oberalppass gelegenen Rheinquelle ausschöpfen und entlang des ganzen Flusses für die Attraktivität der Ferienregion werben. Der ausgemusterte Frachter "Rheinquelle" wird sich im Mai 2012 auf die mehrmonatige Reise von der Rheinmündung an der Nordsee bei Rotterdam zum "höchstgelegenen Rheinhafen" auf dem 2046 Meter hohen Oberalppass machen.

Rheinschiff soll Sehnsüchte wecken

Unterwegs wollen die Touristiker mit verschiedenen Veranstaltungen die Aufmerksamkeit der 50 Millionen Menschen im Einzugsgebiet der Wasserstrasse gewinnen. "Das Schiff als Sympathieträger soll die Herzen der Rheinanwohner mit der Sehnsucht erfüllen, einmal im Leben die Quelle ihres Flusses zu besuchen", sagte Hanno Wyss, Projektleiter von Steiner Sarnen, zur Nachrichtenagentur SDA. In Basel angekommen, wird das Schiff in mehrere Stücke zerteilt, auf dem Landweg auf die Passhöhe transportiert und dort wieder zusammengeschweisst. Voraussichtlich entsteht im Laderaum ein Rheinmuseum. Was dann mit dem Leuchtturm passiert, ist noch offen.

Eingeweiht wird der von einer Obwaldner Schlosserei gebaute Stahlturm mit einem Fest in der Nacht auf Freitag. Der Vorabend des Durchstichs des NEAT-Tunnels, der unter anderem in Sedrun gefeiert wird, ist bewusst gewählt. "Wir wollen die Anwesenheit von Journalisten aus der ganzen Welt auch für unsere Vision nutzen", erklärt Leo Hug, Direktor von Sedrun Disentis Tourismus.