Das Self-Scanning ist auch in der Schweiz im Kommen. Coop will seinen Kunden 2007 in seinen rund 100 grössten Supermärkten die Möglichkeit bieten, ihre Waren selbst einzulesen. Auch die Manor führt das System in weiteren Supermärkten ein.
Coop hatte das Self-Scanning im letzten Herbst als Pilotbetrieb in drei Läden in der Nordwestschweiz eingeführt. Nun soll das Angebot im 2007 in der ganzen Schweiz in Geschäften mit mehr als 2000 m2 eingeführt werden, wie Mediensprecher Karl Weisskopf am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.
Gutes Echo
In den Geschäften in Frenkendorf BL und Würenlingen AG ist das Self-Scanning auf ein gutes Echo gestossen, wie Elsbeth Kaufmann, Sprecherin von Coop Nordwestschweiz, sagt. Kleiner war das Interesse dagegen im ländlich geprägten Gelterkinden BL; hier wurde der Coop-Pilotbetrieb inzwischen wieder eingestellt.
Positiv wertet auch Manor ihren Pilotbetrieb mit Self-Scanning in ihrem Supermarkt im Basler St. Jakob-Park. Das System solle nun an weiteren Standorten eingeführt werden, wie der Direktor Supermärkte bei Manor, Stefano Patrignani sagt: Noch im laufenden Jahr werden drei Märkte im Tessin und 2007 drei in der Westschweiz mit dem System ausgerüstet.
Spitzenwerte über 20 Prozent
Genutzt werde das Self-Scanning vor allem für Grosseinkäufe, heisst es sowohl bei Coop wie bei Manor. Bei Coop nutzen zum Wochenbeginn jeweils rund 10-12 Prozent der Kunden die Möglichkeit, am Wochenende aber mehr als 20 Prozent. Im Basler Manor-Supermarkt liegen die Spitzenwerte bei gut 15 Prozent.
Beim Self-Scanning nehmen die Kundinnen und Kunden im Einkaufswagen ein Scan-Gerät mit. Mit dem Gerät erfassen sie sämtliche Einkäufe laufend selbst; diese werden auf dem Display angezeigt. Am Schluss wird das Gerät an der Kasse abgegeben, worauf umgehend bezahlt werden kann.
Die Kundinnen und Kunden hätten sich recht schnell mit der neuen Methode vertraut gemacht, sagt Kaufmann. Auch recht viele ältere Kunden nutzten das Self-Scanning. Probleme mit der Ehrlichkeit der Kunden hat man bei Coop nicht festgestellt; schliesslich seien ja auch immer Stichproben möglich.
Weiterhin Kassierer
Das Self-Scanning werde aber überall nur eine Variante sein, die man den Kunden offen lasse, betont Weisskopf. Hauptvorteil für den Kunden soll eine Reduktion der Wartezeiten an der Kasse sein. "Gerade wenn man grosse Einkäufe macht, sind die Vorteile gross", sagt Patrignani. Kein Ziel der Massnahme seien dagegen Einsparungen beim Personal, da am Schluss ja noch an der Kasse bezahlt werde, wird bei Coop und bei Manor betont.