Setzt wieder vermehrt auf den Heimmarkt

APG - Umsatz in der Schweiz 2012 um 5,9 Prozent gesteigert

Nach verlustreichen Expansionen im Ausland konzentriert sich die Werbevermarkterin APG wieder auf die Schweiz. In dem reifen Markt ist das Wachstumspotenzial limitiert, doch der Branchenprimus kann hier seine Grösse ausspielen.

2009 und 2010 hatte die gescheiterte Auslandstrategie dem Unternehmen schwere Verluste eingebrockt. Ausserhalb der Schweiz ist APG inzwischen nur noch in Serbien und Rumänien aktiv. In Montenegro konnte der Konzern die 2007 übernommene Montepano Anfang 2013 wieder verkaufen, wie er am Donnerstag mitteilte.
 
Auch die rumänische Tochter Affichage Romania steht zum Verkauf. Bisher sei aber kein überzeugendes Angebot eingegangen, sagte APG-Konzernchef Daniel Hofer vor den Medien in Zürich.
 
In Serbien will APG mit der Beteiligung am Marktführer Alma Quattro vorerst vertreten bleiben. Hofer gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass ein EU-Beitritt des Landes dereinst einen Investitionsboom auslösen wird, was den Markt beflügeln dürfte.
 
Gegenwärtig ist davon aber noch nichts zu spüren: APG musste 2012 sämtlichen Goodwill und einen Teil der Verträge in Serbien abschreiben, was das Ergebnis mit 20,1 Millionen Franken belastete.
 
Marktentwicklung übertroffen
 
Die Strategie von APG ist nun auf die Schweiz ausgerichtet, wo die Geschäfte im vergangenen Jahr wesentlich besser liefen. Die Erlöse stiegen um 5,9 Prozent auf 297 Millionen Franken. Dies, obschon das Unternehmen laut Hofer 10 Millionen Franken Umsatz mit Werbung im nationalen Wahlkampf 2011 kompensieren musste.
 
Entsprechend zufrieden zeigte sich der Konzernchef. APG habe das zweite Jahr in Folge die Marktentwicklung übertroffen, betonte er. Mit einem Anteil von rund drei Vierteln dominiert APG den Schweizer Markt für Aussenwerbung nach wie vor klar.
 
Weil das Auslandgeschäft zurückgefahren wurde, wuchs der Gesamtumsatz mit 1,9 Prozent deutlich weniger stark und erreichte 317,6 Millionen Franken.
 
Der Betriebsgewinn (EBIT) legte massiv um 36,2 Prozent auf 76,4 Millionen Franken zu. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 50,1 Millionen Franken und damit 19,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das deutliche Wachstum täuscht allerdings, weil es wesentlich durch einen Sondereffekt beeinflusst wurde: Die Pensionskasse von APG stellte vom Leistungs- auf das Beitragsprimat um. Dadurch erhöhte sich das Jahresergebnis um 28,8 Millionen Franken.
 
Mit den vorgelegten Zahlen überzeugte APG auch die Anleger: Die Aktie verteuerte sich am Donnerstag bis am frühen Nachmittag um 3,1 Prozent, während der Gesamtmarkt leicht mit 0,7 Prozent im Plus lag.
Erfreut zeigten sich Marktteilnehmer neben dem Ergebnis auch über die höhere Dividende: Der Verwaltungsrat will in diesem Jahr 10 Franken pro Aktie an die Eigentümer ausschütten, nach 7 Franken im Vorjahr.
 
Wachstumspotenzial limitiert
 
"Ich wage die Behauptung, dass wir 2012 das profitabelste Medienunternehmen der Schweiz waren", sagte Daniel Hofer. Er warnte jedoch vor zu grossem Optimismus. "Man muss aufpassen, dass man das Wachstum der vergangenen zwei Jahren nicht in die Zukunft extrapoliert."
 
Der Markt in der Schweiz sei gesättigt, erklärte Hofer. Entsprechend seien die Wachstumsperspektiven limitiert. Potenzial sieht er etwa im Geschäft mit digitalen Werbeflächen. Im vergangenen Jahr rüstete APG den Grossbildschirm am Zürcher Hauptbahnhof für einen einstelligen Millionenbetrag auf die "Full High Definition"-Technologie um.
 
Noch bewegt sich der Anteil des digitalen Geschäfts am Gesamtumsatz im einstelligen Prozentbereich. Er sei jedoch "stark wachsend", sagte Hofer. APG will das analoge Geschäft aber nicht aufgeben. Auch bei den klassischen Plakatwänden gebe es immer noch Raum für Innovationen, betonte Hofer.
 
Ohnehin will APG ein breites Produktportfolio beibehalten. So könne man dem Kunden alles aus einem Guss anbieten, sagte Hofer. (sda)