Die Präventionskampagne Love Life, die am Freitag präsentiert wurde, richtet sich neu an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren. Sie vermittelt Wissen zu Safer Sex und sexueller Gesundheit und stützt ihre Kommunikation auf Fragen und Erfahrungen der Zielgruppe. Für die Umsetzung der Kommunikationsmassnahmen ist die Agentur Zeam zuständig (persoenlich.com berichtete).
Zentrales Element ist das «Storyhole». Junge Menschen können dort Fragen, Geschichten und Erfahrungen rund um Safer Sex und Sexualität einreichen, entweder über Social Media oder an einem physischen Storyhole. Dieses wird an Orten platziert, an denen sich die Zielgruppe aufhält. Die Einsendungen sollen zeigen, welche Themen junge Menschen beschäftigen, und fliessen in weitere Massnahmen ein. Zusätzlich spiegelt eine Begleitgruppe aus der Zielgruppe die Massnahmen regelmässig aus ihrer Perspektive.
Zusammenarbeit mit Fachakteuren
Auf Social Media ist Love Life mit unterschiedlichen Formaten präsent, der Fokus liegt auf Instagram und TikTok. Dort werden Themen aufgegriffen, Informationen vermittelt und der Safer-Sex-Check sowie weiterführende Inhalte auf lovelife.ch verlinkt. Ab Frühjahr 2027 kommt ein Videopodcast hinzu. Hosts und Fachpersonen greifen darin ausgewählte Fragen und Erfahrungen aus der Zielgruppe auf, diskutieren sie und ordnen sie fachlich ein.
Love Life arbeitet zudem mit Organisationen und Akteurinnen und Akteuren im Freizeitbereich zusammen, die Zugang zur Lebenswelt junger Menschen haben. Weitere Kooperationen seien möglich. Damit soll Safer Sex niederschwellig zum Thema gemacht und die Botschaften der Kampagne weitergetragen werden.
Zeam übernimmt gemäss dem Mandat die Weiterentwicklung und Bewirtschaftung der Onlinekanäle. Die Agentur soll ausserdem neue Formen der Zusammenarbeit mit Institutionen im Freizeitbereich junger Erwachsener entwickeln und Fachpersonen aus sexueller Gesundheit und Bildung bei der Umsetzung von Kommunikationsmassnahmen unterstützen. Die Ausschreibung sah eine Laufzeit von März 2026 bis Ende 2028 mit der Option auf Verlängerung bis 2030 vor.
Jährlich 450'000 Franken
Laut BAG machen in der Schweiz jedes Jahr rund 90'000 junge Menschen erstmals eigene Erfahrungen mit Sexualität. Die Kampagne soll den Schulstoff zur HIV/STI-Prävention ergänzen. BAG-Direktorin Anne Lévy sagte zum Start, trotz Fortschritten gebe es weiterhin mehrere Hundert HIV-Infektionen pro Jahr, daher sei es wichtig, dranzubleiben.
Love Life ist Teil des Nationalen Programms «Stopp HIV, Hepatitis B, Hepatitis C-Virus und sexuell übertragene Infektionen (NAPS)», das bis 2030 neue Übertragungen von HIV sowie Hepatitis B und C in der Schweiz verhindern will. Träger der Kampagne sind das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Aids-Hilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz. Für 2026 bis 2029 stehen voraussichtlich jährlich rund 450'000 Franken zur Verfügung. (pd/spo)