Das 8. Wirtschaftsforum Südostschweiz vom Freitag, 2. September 2005, hat mehr als 400 Teilnehmende in die Eishalle Chur gelockt. Bertrand Piccard und Roman Boutellier stellten eindrücklich dar, warum der Himmel grenzenlos sei. Spannend war auch die Podiumsdiskussion zum Thema "Wege aus der Wachstumsfalle.
Der Talk war ein neues Element am Wirtschaftsforum und stiess auf grosses Interesse. Bertrand Piccard und Professor Roman Boutellier unterhielten sich mit dem Bündner Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel und mit Alois Vinzens, CEO der Graubündner Kantonalbank, über mögliche Wege aus der Wachstumsfalle. Das animierte Podiumsgespräch unter der Leitung des Tagesschau-Manns Franz Fischlin war einer der Höhepunkte des diesjährigen Wirtschaftsforums.
Verschiedene Höhen ausnutzen
Der Ballonfahrer, Arzt und Psychologe Bertrand Piccard enttäuschte das Publikum nicht. Natürlich war seine Weltumrundung im Ballon Anlass, um Rückschlüsse und Anregungen für persönliche Höhenflüge zu gewinnen. Ein Ballonflug könne sehr gut die Einstellung zum eigenen Leben symbolisieren, sagte Piccard. Der Ballon sei eigentlich vollständig den Winden ausgesetzt und trotzdem lasse er sich navigieren.
Der Ballonfahrer wechsle die Flughöhe, um in andere Luftströmungen zu gelangen. Der Mensch sei, so Piccard, ebenso in der Lage, seine Einstellungen und seine Motivation zu ändern. So könne er immer die Verantwortung für sein Leben zurückgewinnen, auch wenn er einmal von rauen Winden umtost werde, sagte Piccard.
Aufruf zur Innovationsfreude
Für die kurzfristig erkrankte Referentin Renate Moser sprang Roman Boutellier ein. Er ist seit 2004 Professor für Innovations- und Technologiemanagement an der ETH Zürich, seit 2005 Leiter des Nachdiplomstudiums in Betriebswissenschaften. Boutellier rief die Anwesenden zu mehr Innovationsfreudigkeit auf. Gleichzeitig beleuchtete er die technologischen Risiken und Chancen von Innovationen
Grenzen überwinden
Die beiden Referenten illustrierten deutlich, was Alois Vinzens, CEO Graubündner Kantonalbank, schon in seinen einleitenden Worten feststellte: "Wer sich dem Tempo nicht anpassen kann, geht unter. Vinzens kritisierte die Begrenzung auf das eigene "Gärtchen, statt die Kraft von Kooperationen und Partnerschaften zu nutzen. Wer Grenzen überwinde, wähle nicht den einfachen Weg, räumte er ein. Aber es sei der Weg, der neue Möglichkeiten eröffne und neue Werte entstehen lasse.