Sponsoren erwarten sichtbare Massnahmen

"Spuckaffäre Frei" - Untersuchungsbericht von Dr. Ulrich Fässler gewürdigt.

Der detailliert und unmissverständlich formulierte Untersuchungsbericht von Dr. Ulrich Fässler zur "Spuckaffäre Frei" wurde von den Sponsoren der Nationalmannschaft als sorgfältig und professionell gewürdigt. Nun werden konkrete Massnahmen erwartet. In einer gemeinsamen Stellungnahme forderte "Swiss Soccer", das Sponsoren-Team des Schweizerischen Fussball-Verbandes (SFV), vom SFV, dass er aus der Affäre die Lehren zieht und solche Ereignisse künftig vermieden werden. Fässler empfahl in seinem Bericht, es sei sinnvoll, den Zentralvorstand zur Sicherstellung der Kontinuität und einer dauernd hohen Leistungsfähigkeit "in der nächsten Zeit mit jüngeren Kräften" zu ergänzen. Jenen Vorschlag begrüsste auch der Verbund der Sponsoren.

Zur Art und Weise der so genannt "konkreten Massnahmen" mochte sich Adrian Schüpbach, der Leiter Sponsoring der Hauptgeldgeberin Credit Suisse, zwar nicht näher äussern, erklärte aber: "Wir erwarten nun einerseits eine ausführliche Stellungnahme zum vorliegenden Bericht und den Empfehlungen sowie in einem zweiten Schritt die transparente Umsetzung konkreter Massnahmen."

Die Frage, ob der Verband künftige Schwergewichtsaufgaben (EM 2008) in der aktuellen Besetzung bewältigen könne, beantwortete Schüpbach doppeldeutig. "Grundsätzlich traue ich jedem alles zu. Erst müssen hier aber die Reaktionen abgewartet werden, um zu sehen, ob die Verantwortlichen die Aufgabe bewältigen können." Der vorsichtigen Formulierung ist aber durchaus zu entnehmen, dass das Vertrauen in die Entscheidungsträger des Vertragspartners erheblichen Schaden genommen hat.

Die gewachsene Skepsis der wichtigsten Partner ist den Verbandsspitzen nicht vollumfänglich entgangen -- auch wenn sie primär auf den Fakt hinwiesen, nicht gelogen oder manipuliert zu haben. In einer internen Studie gelangte der SFV im Grundsatz zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie der Luzerner alt Regierungsrat und Rechtsanwalt Fässler. Pierre Benoit, der in den Innendienst versetzte Kommunikations-Chef, wurde zum (Haupt-)Verursacher des Skandals gestempelt. Was mit ihm passiert, liess der SFV offen.