Wenn es nach der EU geht, sollen Zigaretten in Europa nur noch in Verpackungen mit übergrossen Warnhinweisen und Schockbildern verkauft werden dürfen. Zudem sollen alle Zusatzstoffe verboten werden, was aus Industriesicht der Einführung einer Einheitszigarette gleichkommt.
Die Industrie kritisiert nicht nur die geplante Enteignung von Markenrechten, sondern warnt vor drastischen Einbrüchen bei den Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen. So hat eine Studie von Roland Berger Strategy Consultants im Auftrag von Philip Morris ergeben, dass den EU-Staaten durch ein Verbot fünf Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgehen werden. Zudem seien 175'000 Arbeitsplätze gefährdet. Gleichzeitig befürchten die Autoren einen Anstieg des Verkaufs illegaler Zigaretten von jährlich 68 Milliarden auf 84 bis 106 Milliarden Stück.
Drum macht Philipp Morris nun mobil: Mit der Online-Plattform "Was noch!?" ruft der Zigaretten-Konzern jetzt im Kampf gegen das geplante Gesetz die Konsumenten um Hilfe. Schon im Jahr 2010 gab es während der ersten Beratungen zur Tabakproduktrichtlinie 85'000 Eingaben von Bürgern. In einer Unterschriftenaktion des Bundesverbandes des Tabakwaren-Einzelhandels e.V. (BTWE) und des Branchenbündnisses "Entscheiden Sie selbst" sprachen sich innerhalb von sechs Wochen 210'000 Konsumenten gegen die geplante EU-Tabakprodukt-Richtlinie aus.
"Das politische Ringen um die Tabakprodukt-Richtlinie in den vergangenen Monaten hat gezeigt: Das Thema bewegt nicht nur die Branche, sondern wird auch durch die Öffentlichkeit kritisch wahrgenommen", sagte Claudia Oeking, Manager Communications und Pressesprecherin bei Philip Morris, gegenüber der deutschen Branchenzeitschrift "Horizont". Die Aktion bewirbt der Konzern in Beilegern in Zigarettenpackungen, am Point of Sale und per E-Mail-Newsletter. (Horizont)

