Googles umstrittener Online-Strassenatlas Street View ist in Deutschland gestartet. In der Nacht zu Donnerstag schaltete der Internet- Konzern die Panorama-Ansichten für zahlreiche Strassen in 20 grossen Städten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München frei. Wie in anderen Ländern war Street View in Deutschland auf heftigen Widerstand von Politikern und Datenschützern gestossen. Obwohl Google die Strassen schon lange mit seinen Kamerawagen abfotografiert hatte, liess der Start lange auf sich warten.
Die deutschen Strassenansichten weisen zudem zahlreiche Lücken auf: Wenn auch nur ein Mieter eines Mehrfamilienhauses dies verlangt, wird das ganze Gebäude unscharf dargestellt. Datenschützer sprechen von landesweit mehr als einer Million Haushalten, wenn der bisherige Anteil der Widersprüche auf das ganze Land hochgerechnet werde.
Google betont, dass Widersprüche gegen Street View jederzeit auch nach dem Start des Dienstes möglich sind. Gesichter und Autokennzeichen werden automatisch unkenntlich gemacht. Für zusätzliches Misstrauen gegenüber Google hatte gesorgt, dass die Kamerawagen bei ihren Fahrten auch Daten aus unverschlüsselten WLAN-Netzen mitgeschnitten haben. Google zufolge war es ein Software-Fehler, der über Jahre nicht entdeckt worden war. Die Daten seien nie ausgewertet worden. Nach Erkenntnissen aus anderen Ländern wurden zum Teil auch ganze E-Mails sowie Internet-Adressen und Passwörter gespeichert. In Deutschland laufen Untersuchungen von Datenschutz-Behörden und Staatsanwaltschaft dazu noch. (sda)