Die weltgrösste Kaffeekette Starbucks befindet sich mit Äthiopien in einem Konflikt über Handelsmarkenrechte. Das Entwicklungsland will die Namen der Kaffeeanbauregionen Sidamo, Harar und Yirgacheffe, die von Starbucks und anderen Kaffeeröstern verwendet werden, gesetzlich schützen lassen. Damit will Äthiopien mehr Kontrolle über den Vertrieb und die Vermarktung sowie insbesondere einen besseren Kaffeepreis für seine Bauern erreichen. Der US-Konzern Starbucks weigert sich jedoch einen gebührenfreien Lizenzvertrag zu unterzeichnen und schlägt stattdessen "geografische Zertifizierungen" vor, wie sie auch von anderen Kaffeeanbauregionen wie Kolumbien oder Guatemala genutzt werden.
Starbucks' Weigerung sich auf die Handelsmarkenlizenzen Äthiopiens einzulassen, nagt bereits an dessen Image als sozial verantwortliches Unternehmen, das Nachhaltigkeit, faire Preise und Umweltschutz gross schreibt. Humanitäre Organisationen haben das Thema aufgegriffen und Aktionstage vor nordamerikanischen Starbucksfilialen organisiert, um die Handelspraktiken des Unternehmens zu kritisieren. Die britische Entwicklungsorganisation Oxfam hat Mitte Dezember einen Videoclip über diese Aktionstage vor Starbucksfilialen auf Youtube online gestellt (Clip) , woraufhin der Streit öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Die Aktivisten kritisieren Starbucks' Firmenpolitik, bei der es nur um Geld ginge.