05.10.2012

HSG

Swatch ist am innovativsten

Ranking aus 1600 Schweizer Unternehmen.

Swatch, Nestlé und Novartis führen im neuesten Innovationsranking der Hochschule St. Gallen (HSG) und der Managementberatung htp. Forschende der HSG untersuchten für die Rangliste 1600 Schweizer Unternehmen und befragten 422 Führungskräfte in der Schweiz zu ihrer Wahrnehmung von Innovationskraft. Anlass zur Erhebung gab die Studie "Swissness Worldwide" von 2010, welche zeigte, dass Schweizer Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen im In- und Ausland für ihre gute Qualität bekannt sind, nicht aber für Erfindungsgeist.

Swatch konnte den bisherigen Anführer des Rankings Nestlé auf den zweiten Platz verdrängen. Der Uhrenhersteller weckt nach wie vor Emotionen mit seinen Produkten, und zahlreiche Ideen von Swatch sind mit dem Namen von Unternehmensgründer Hayek verbunden. Bei Nestlé wirken sich Nespresso und die Technologiefirma Nestec günstig auf die Wahrnehmung als ideenreiches Unternehmen aus. Der diesjährige Aufsteiger des Rankings ist Novartis auf Platz drei. Migros auf Platz vier wurde unter anderem hinsichtlich Nachhaltigkeit als innovativ beurteilt. Bei der positiven Wahrnehmung der Migros spielte die Innovationskraft der Tochter LeShop eine wichtige Rolle. Weitere Aufsteiger sind Emmi und die Neueinsteiger Swisscom, Lindt und Sprüngli und Freitag.

Das Branchenranking macht deutlich, dass sich die Schweizer Wirtschaft im Bereich Mobilität/Logistik durch innovative Alternativen zur klassischen Mobilität auszeichnet; ein Bild, das man in anderen Industrieländern wahrscheinlich noch nicht so sieht, so die HSG. Auch haben hier kleine und mittlere Unternehmen, kurz KMU, wie Flyer und Mobility Car Sharing eine Chance. "Schweizer Unternehmen sind durchaus innovativ. Mit dem Ranking wollen wir anregen, dass sich Schweizer Unternehmen stärker mit der Kommunikation ihrer Innovationskraft beschäftigen", sagt Professor Oliver Gassmann, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Am innovativsten bewertet werden Unternehmen, die Innovation als dauerhaften Prozess begreifen und das ganze Unternehmen darauf ausgerichtet haben. Kurzfristige Erfolge in Innovation erzielen Unternehmen selten. Die Grossunternehmen sind nach wie vor in der Mehrheit der Top 15. Darunter befinden sich die beiden KMUs Victorinox und neu Freitag. Gemäss HSG zeigt dies, dass Grossunternehmen höhere Innovationskraft haben, KMUs in den Nischen aber durchaus Erfolg haben können. Aus dem Fazit der Studie geht ausserdem hervor, dass Innovation nach wie vor ein Mehrfrontenkampf darstellt und nur wenige Unternehmen ausschliesslich auf Produkte setzen. Die meisten Firmen sind auf mindestens zwei Feldern aktiv und ergänzen Produkte mit innovativen Kundenerlebnissen. Laut HSG ist dies eine gute Entwicklung, da innovative Kundenerlebnisse häufig eine Domäne amerikanischer Unternehmen wie Apple sind.

Das Innovationsranking soll auch in den nächsten Jahren regelmässig erhoben werden. Die Studienleiter wollen damit eine "Währung" für die Vermarktung und Kommunikation innovativer Leistungen schaffen. Auch bei Innovationen gelte die Devise "nur was gemessen wird, wird auch umgesetzt". Das Ranking soll Unternehmen motivieren, sich stärker mit der Kommunikation von Innovationsfähigkeit auseinanderzusetzen. So sei nicht nur die faktische Innovativität wichtig für den Erfolg, sondern auch die Wahrnehmung der Kunden. Die Studie erfolgte mit Unterstützung der Schweizerischen Gesellschaft für Marketing GfM. (pd)


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