Tabak-Multi prescht mit rauchlosem Tabak vor

Philip Morris - Joint Venture mit Swedish Match soll Gesetzesbarrieren sprengen.

Der weltweit zweitgrösste Zigarettenhändler Philip Morris International (PMI) hat einen Vorstoss in den umstrittenen Geschäftsbereich mit rauchfreiem Tabak gewagt. Durch ein neu gegründetes Joint Venture mit dem Branchenriesen Swedish Match will PMI künftig von dem Wachstumsmarkt profitieren. So erfreuen sich rauchlose Tabakprodukte eines jährlichen Wachstums von fünf Prozent, während die Verkäufe herkömmlicher Zigaretten schrumpfen, berichtet das "Wall Street Journal".

Diese Entwicklung sei auf die weit verbreitete Meinung zurückzuführen, rauchloser Tabak sei weniger gefährlich als traditionelle Rauchwaren. Dennoch unterliegen verschiedene rauchfreie Produkte wie etwa Snuff -- in Skandinavien auch als Snus bekannt -- in der EU sowie in Australien und Neuseeland einem Verkaufsverbot. Das Joint Venture sieht vor, rauchfreie Produkte weltweit zu vermarkten und signalisiert demzufolge auch einen möglichen Vorstoss der Tabakindustrie gegen gesetzliche Barrieren.

PMI hat bereits im Vormonat Bestrebungen verdeutlicht, in den Markt mit rauchfreien Produkten vorzudrängen. So hat der Konzern die Übernahme des grössten US-amerikanischen Herstellers UST für eine Summe von 10,3 Mrd. Dollar zum Abschluss gebracht. Auch an der Konkurrenz geht der Boom rauchfreien Tabaks nicht spurlos vorüber. Zuletzt stieg auch der zweitgrösste US-Zigarettenhersteller Reynolds American in die Produktentwicklung ein.

Das Joint Venture zwischen PMI und Swedish Match sieht die Etablierung des Geschäftsfeldes in Absatzregionen weltweit und damit die Erschliessung neuer Märkte vor. Zudem sollen neue rauchfreie Produkte entwickelt und angeboten werden. Neben Schnupftabak, Snuff oder tabakhältigen Kaugummis besteht etwa die Möglichkeit zur Weiterentwicklung der rauchfreien Zigaretten. (pte)