Tausende Stellen sind in Gefahr

Coronavirus - Drei Verbände aus der Veranstaltungsbranche fordern gemeinsam Massnahmen vom Bund.

Es sei ein Ausbruch, der in der Veranstaltungsbranche für einen nie gesehenen Einbruch sorge. Eine Branche notabene, die in aller Regel die Wirtschaft ankurbelt, die Innovationen ins rechte Licht rückt, die vielfältigste Informationen, Neuigkeiten und Möglichkeiten so inszeniert, dass sie vom Publikum verstanden werden, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Drei Verbände von Berufsgruppen aus der Veranstaltungsbranche spannen ab sofort zusammen, «um den Rettungsanker gezielt und verbunden mit Erwartungen auszuwerfen». Es sind die Swiss LiveCom Association Expo Event, die Swiss Music Promoters Association SMPA sowie der Schweizer Verband technischer Bühnen- und Veranstaltungsberufe SVTB.

«Nach ersten Rückmeldungen und veritablen Hilferufen müssen wir davon ausgehen, dass in unserem Bereich 1500 Stellen unmittelbar gefährdet sind», wird Jörg Gantenbein vom Vorstand des SVTB in der Mitteilung zitiert. Der SVTB vertritt rund 4500 Angestellte. Bis zum heutigen Tag haben gemäss Gantenbein 20 Firmenmitglieder des SVTB Kurzarbeit mit rund 350 betroffenen Mitarbeitenden beantragt. «Die Lage ist höchst kritisch. Denn unsere Leistungen werden in aller Regel exakt im Moment der Veranstaltung erbracht. Wird eine Veranstaltung abgesagt, ergibt das 100 Prozent Verlust – und alle dort eingeplanten Arbeitnehmenden stehen ohne Arbeit da», so Gantenbein.

Auch für Eugen Brunner, Präsident von Expo Event – mit 157 Mitgliedfirmen und total rund 6000 Arbeitnehmenden – entspricht die jetzige Situation einem «Horrorszenario», das man sich bei aller Kreativität in der Branche so nicht hat vorstellen können. «Wir benötigen und fordern vom Bund dringende Hilfe – und wir pochen auf vernunftgeprägte und verhältnismässige Regelungen im Umgang mit anstehenden Veranstaltungen. Denn es geht schlicht um den Erhalt unserer Arbeitsplätze – und am Ende auch um die Schweiz als zuverlässigen und qualitativ hochstehenden Veranstaltungsort.»

«Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus treffen eine ganze Branche, die aus Klein- und Kleinstunternehmen besteht und wirtschaftlich gesehen nicht viel Kraft hat - jetzt sofort, aber auch mittel-und langfristig, weil verunsicherte Konsumentinnen und Konsumenten auch keine Tickets mehr für später im Jahr stattfindende Events kaufen», so Stefan Breitenmoser, Geschäftsführer der SMPA. Weiter bange die Schweizer Veranstaltungsbranche um ihre Existenz und es sei zu befürchten, dass viele Veranstalter diese Krisensituation wirtschaftlich nur schwer überleben werden.

Gemessen daran, dass es im Moment lauter Event-Absagen hagelt, und dass diese Absagen zu einem Löwenanteil die Veranstaltungsbranche betreffen, fordern die Branchenverbände mit Vehemenz und Überzeugung Einsitz an geplanten Treffen, um mit Bundesvertretern unbürokratische und schnelle Lösungen zur Sicherung der Arbeitsplätze und Unternehmen zu erarbeiten.

Die Verbandsvertreter machen weiter «unmissverständlich» klar, dass die Gesundheit und das Wohl der Schweizer Bevölkerung an erster Stelle stehe. Ebenfalls sei man in der Live-Kommunikations-Branche erfreut, dass Bundesrat und Wirtschaftsminister Guy Parmelin bereits konkrete Hilfsaktionen wie Unterstützungsfonds oder -kredite für unmittelbar bedrohte Unternehmen angesprochen habe. Auch die monatlichen Meetings mit Kantonsvertretern, Sozialpartnern und einigen Wirtschaftsverbänden würden als sehr sinnvoll erachtet. (pd/cbe)