Die SVP des Kantons Zürich hat im November beim Abstimmungskampf zum Osthilfegesetz erstmals das Telefon für politische Werbung eingesetzt. Mehrere tausend Bürgerinnen und Bürger wurden angerufen und bekamen zwei Minuten lang die Stimme des Parteipräsidenten ab Tonband zu hören. Die Telefonnummern hatte die SVP bei einem Adresshändler gekauft.
In jenen Zürcher Gemeinden, welche die Partei für ihren Telefonversuch ausgewählt hat, ist die Stimmbeteiligung am 26. November um zwei bis drei Prozent höher ausgefallen als üblich. Und zwar im Sinne der SVP. In vergleichbaren Gemeinden, wo niemand angerufen wurde, sei dies nicht der Fall gewesen, wie Parteisekretär Claudio Zanetti auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärt.
Die Absicht der SVP hinter der Telefonaktion war die Mobilisierung von Symphatisantinnen und Symphatisanten. Für den Telefonversuch wurden daher bewusst Personen aus dem bürgerlichen Milieu ausgewählt. Dadurch, so Zanetti, wurde verhindert, dass Andersdenkende aus Ärger über den Anruf der SVP ebenfalls zum Urnengang motiviert wurden. Überrascht zeigte sich der Parteisekretär insbesondere auch darüber, dass über 70 Prozent der Angerufenen die zweiminütige Tonbandnachricht bis zu Ende anhörten. Zu diesem hohen Wert beigetragen habe wohl auch der Umstand, dass die Leute Ueli Maurers Stimme erkannten, mutmasst Zanetti.