Zum diesjährigen Welt-Nichtrauchertag an diesem Samsag fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein umfassendes Werbeverbot für Zigaretten. Insbesondere 1,8 Miiliarden Junge müssten vor den Gefahren des Rauchens geschützt werden. Nach jüngsten Studien sei diese Zielgruppe der Tabakreklame besonders stark ausgesetzt, sagte Douglas Bettcher von Anti-Tabak-Initiative der WHO am Freitag vor der Presse in Genf. Der Welt-Nichtrauchertag 2008 steht deshalb unter dem Motto "Rauchfreie Jugend".
Die Organisation weist darauf hin, dass die Zigarettenhersteller Milliarden Dollar zur Verbreitung "subtiler Werbung" ausgäben, mit der junge Menschen in die Fänge der Tabakindustrie getrieben würden. Zurzeit sei nur fünf Prozent der Weltbevölkerung vollständig vor Zigarettenpromotion jeglicher Art geschützt, kritisiert die WHO. Ein vollständiges Verbot wäre nach ihrer Ansicht wirkungsvoll: Länder, die ihre Gesetze entsprechend angepasst hätten, könnten einen Rückgang des Tabakkonsums um fast 16 Prozent vorweisen.
Weil die meisten jungen Raucher vor dem 18. Lebensjahr zum Glimmstängel greifen, habe die Tabakindustrie ihre Kampagnen angepasst und versuche die Jungen nun in Kinos, im Internet, an Konzerten und Sportveranstaltungen zu verführen. Rauchen werde dabei als prestigesteigernd und energiegewinnend angepriesen. Bettcher unterstrich, dass "halbe" Werbeverbote nirgends hinführten. Verbiete man bloss eine bestimmte Art der Werbung, so finde die Tabakindustrie sofort Mittel um Wege, um anderweitig ihre Botschaften zu verbreiten. Die Regierungen in aller Welt seien deshalb aufgerufen, totale Werbeverbote in die Wege zu leiten.
Im Rahmen einer Studie hat die WHO an Schulen in aller Welt junge Menschen zwischen 13 und 15 Jahren befragt. Ergebnis: Mehr als 55 Prozent der Schüler hatten innerhalb der letzten 30 Tage Zigarettenwerbung wahrgenommen. Jeder fünfte der Jugendlichen besass überdies ein Objekt mit einem Zigarettenmarken-Emblem. (sda)