Die Schweizer machen sich Sorgen um den Zustand der Umwelt. Allerdings ein bisschen weniger stark als Menschen in anderen europäischen Ländern. Zudem haben sie mehr Vertrauen in umweltfreundliche Produkte und sind auch eher bereit, mehr für diese zu bezahlen. Das besagt die Reader’s Digest-Studie "European Trusted Brands 2014", die neun europäische Länder miteinander vergleicht. Die Befragten aller Länder sind sich mit nahezu hundertprozentiger Zustimmung einig, dass sich Unternehmen für den Umweltschutz einsetzen sollten.

Fragt man nach dem konkreten Beitrag, etwas für die Umwelt zu tun, so bleibt der eigene Anspruch gegenüber der Besorgnis zurück. Dem Statement "Ich bin bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen" stimmen nur knapp zwei Drittel aller Befragten zu. In Frankreich bleibt die Bereitschaft auf dem niedrigsten Niveau von 45 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist sie in Rumänien, Österreich und in der Schweiz. Bei uns Schweizern stieg sie seit 2010 sogar deutlich von 65 auf 72 Prozent an.
Eine eindeutige Mehrheit von 73 Prozent aller Befragten meinen, den meisten grossen Unternehmen sei der Umweltschutz ziemlich egal. In der Schweiz ist diese Meinung noch am wenigsten vertreten – mit 59 Prozent aber immer noch hoch. Zwei Drittel aller Befragten trauen auch nicht der Werbung zu umweltfreundlichen Produkten. Am ehesten dazu bereit sind noch die Schweizer – jeder Zweite hier meint, man könne den Aussagen da schon Glauben schenken. Das liegt weit über dem Gesamtschnitt von 32 Prozent.
Facebook wenig glaubwürdig
Die Marken mit dem besten Ruf zum Thema Umwelt sind in der Schweiz: Toyota (Autos), BKW (Energieunternehmen), Migrol (Benzin), Migros (Supermärkte), Held (Waschmittel und Reinigungsmittel) sowie V-Zug (Haushaltsgeräte).
Unternehmen, die sich den Umweltschutz auf die Fahnen schreiben, müssen mit Kommunikationsmassnahmen Transparenz schaffen. Facebook scheint dazu allerdings weniger geeignet. Das soziale Netzwerk kommt in der Reader’s-Digest-Studie in Sachen Glaubwürdigkeit schlecht weg. In der Schweiz vertraut nur rund jeder Zehnte (elf Prozent) dem Netzwerk. (pd)

