Der Biomarkt in der Schweiz hat auch 2008 kräftig zugelegt: Der Umsatz mit Bioprodukten stieg um gut 11 Prozent auf 1,44 Mrd. Franken. Für das Geschäft mit Bio war die Finanzmarktkrise im vergangenen Jahr kein Thema. Das Plus von 11,2 Prozent bei Bioprodukten (2007: plus 7,7 Prozent) lag deutlich über dem konventionellen Lebensmittelmarkt, der 2008 um 5,6 Prozent wuchs.
Wie Vertreter von Bio Suisse, Vereinigung der Schweizer Biolandbau-Organisationen, am Dienstag vor den Medien ausführten, wurden rund drei Viertel der Bio-Produkte über die Grossverteiler Coop und Migros vertrieben.
Coop verkauft am meisten Bioprodukte
Marktleader Coop (50 Prozent Marktanteil) setzte Bioprodukte für 722 Mio., Migros für 345 Mio. Franken (24 Prozent Marktanteil) um. Weit überdurchschnittlich wuchsen 2008 der Bio-Fachhandel und die Direktvermarkter mit plus 13 respektive plus 17 Prozent. Ersterer hält mit 225 Mio. 15,6 Prozent, letzterer mit 73 Mio. Franken 5,1 Prozent Marktanteil. Nur 7 Mio. Franken setzten die Discounter um.
Bei den Discountern, die 2007 mit Aldi und Denner ins Bio-Geschäft einstiegen, ist der Martktanteil mit 0,5 Prozent im internationalen Vergleich noch sehr gering. Alles in allem gaben Schweizerinnen und Schweizer im letzten Jahr für Bio-Produkten im Durchschnitt 187 Franken aus.
Lieferengpässe statt Krise
Am Gesamtmarkt halten Bio-Produkte heute einen Anteil von 4,9 Prozent (Deutschschweiz 5,2 Prozent). Stärker als in der Deutschschweiz wuchs der Bio-Markt 2008 mit plus 13,6 Prozent in der Romandie auf einen Gesamt-Marktanteil von 4,1 Prozent (Tessin 4,6 Prozent). Mit dem neuen Label Gourmet-Knospe will Bio Suisse 2009 den Absatz von Bio-Produkten in der Gastronomie fördern.
Auf das Bio-Geschäft hatte die Finanzkrise bisher keine Auswirkungen -- im Gegenteil: Es sei letztes Jahr vereinzelt zu Lieferengpässen gekommen. So wurden Bio-Eier oder Bio-Getreide teilweise Mangelware. 2008 arbeiteten gesamtschweizerisch 5589 Betriebe nach den Richtlinien von Bio Suisse, 62 weniger als im Jahr 2007.
Mehr Bio-Betriebe notwendig
Der Markt könne einige hundert zusätzliche Biobetriebe verkraften, sagte Bio Suisse-Geschäftsführer Markus Arbenz. Knapp 12 Prozent aller Bauernbetriebe (plus 0,6 Prozent) sind Biobetriebe. Sorgen bereitet der Branche, dass zurzeit nicht genügend Betriebe auf Bio umstellen. Mit einer soeben gestarteten Studie sollen die Gründe dafür gesucht werden.
Zu schaffen machen dem Dachverband auch Pläne des Bundesamtes für Landwirtschaft, die Bio-Prämie für reine Bio-Betriebe im Rahmen einer Revision der Direktzahlungen abzuschaffen. Das sei ein völlig falsches Signal für das Bio-Pionierland Schweiz. Reine Biobetriebe erbrächten durch die Förderung von Biodiversität und Naturschutz "echte Leistungen für die Gesellschaft", das müsse speziell abgegolten werden. (sda)