TV-Marketing wird überdacht

Hollywood - Grosse Sender verlieren an Attraktivität.

In den USA neigt sich ein für die Filmindustrie enttäuschender Sommer dem Ende zu. Die grossen als Blockbuster konzipierten Filme sind meist von kleinen Produktionen an den Kinokassen geschlagen worden. Das lässt bei so manchem Marketing-Verantwortlichen in Hollywood die Frage aufkommen, ob sich die teuere Werbung in den landesweiten TV-Sendern noch auszahlt, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Für die künftigen Werbeeinnahmen der grossen US-Sender bedeutet das nichts Gutes.

"Im Streben nach immer grösseren Filmpremieren haben die Studios ihre Filme in den vergangenen Jahren übervermarktet und das Publikum ermüdet", analysiert Marc Shmuger von Universal Pictures die Situation. Die beiden 150-Millionen-Dollar-Produktionen "Stealth" und "The Island" sind trotz riesigem Marketingaufwand gefloppt. Nur wenige Grossproduktionen wie der dritte Teil der Star-Wars-Serie und "Krieg der Welten" von Steve Spielberg konnten die Erwartungen erfüllen. Das Prinzip aus jedem Film ein Event zu machen, scheint gescheitert.

Hollywood will nun laut WSJ das Marketing auf eine breitere Basis stellen und mehrere Kanäle nutzen. Verlierer sind dabei vor allem die grossen Sender. Die Zeiten, in denen eine Werbung unbedingt in einem TV-Serienhit zur Primetime platziert werden musste, sind vorbei. Im neuen Cross-Marketing-Ansatz ist keine einzelne Sendung, keine bestimmte Show und kein einzelner Sender essenziell für den Erfolg.

Sogar die sündteuren TV-Spots beim Super Bowl sind nicht mehr das, was sie einmal waren: "Wir haben festgestellt, dass die Erinnerungswerte eigentlich nicht so gross sind", so Russell Schwartz, Marketingchef des Time-Warner-Studios New Line. In Zukunft werde eine breitere Streuung der Marketingausgaben angestrebt, so das WSJ.