Der europäische Fussballverband Uefa geht im Vorfeld der Euro 08 rigoros gegen Ambush-Marketing vor. Rund 10 Monate vor dem Anpfiff zum Turnier hat der Verband bereits bei rund 150 Firmen interveniert, wie Martin Kallen, Geschäftsführer der Uefa-Veranstaltungsgesellschaft "Euro 2008 SA" gegenüber dem Tages-Anzeiger sagt. Wöchentlich würden fünf bis sechs neue dazukommen.
Die Uefa weist dabei die fehlbaren Firmen in einem ersten Schritt telefonisch oder brieflich darauf hin, dass sie unerlaubtes Ambush-Marketing betreiben würden. Stellen die Firmen ihre Werbeaktivitäten nicht ein, kommt es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. So weit allerdings sei es erst in fünf Fällen gekommen, wie der Tages-Anzeiger schreibt.
Im letzten Mai hatte der Fussballverband vor dem Zürcher Handelsgericht gegen ein Grossunternehmen geklagt, das in einem Wettbewerb EM-Tickets verloste, obwohl es nicht Uefa-Partner war ("persoenlich.com" berichtete). Laut Tages-Anzeiger hat das Unternehmen die Verlosung inzwischen abgesetzt. Daneben soll die Uefa zwei Prozesse wegen Ambush-Marketing in Österreich gewonnen haben, zwei weitere seien in Deutschland hängig. Vom Verband verschont blieb bisher die Migros, welche unter dem Namen "M 08" eine Werbeaktion mit TV-Spots und Fanmeisterschaften lanciert hat.
Die Uefa nimmt als Veranstalterin der Euro 08 allein mit dem Verkauf der Vermarktungsrechte mehr als 400 Millionen Franken ein. Die Käufer dieser Rechte -- darunter McDonald's, Carlsberg, UBS und Swsscom -- erhalten als Gegenleistung für die Millionen das Recht, exklusiv an und mit der Euro 08 zu werben.