Unter Beschuss von Aktivisten geraten

Olympia-Sponsoren - Menschenrechtler wollen Unternehmen zur Verantwortung ziehen.

Die Proteste gegen die Olympischen Spiele in Peking richten sich nun auch gegen die Sponsoren. Im Rahmen der Kritik an Chinas Umgang mit Menschrechten, der herrschenden Zensur sowie dem Tibetkonflikt wollen Olympia-Gegner nun auch jene Unternehmen zur Verantwortung ziehen, die den Sportevent finanziell unterstützen. So warnten etwa tibetische Protestgruppen Coca-Cola davor, sich mit der Sponsorentätigkeit zum Komplizen an einem humanitären Desaster zu machen. Darüber hinaus forderten sie, dass der Konzern seinen Einfluss nutzen sollte, um Tibet von der olympischen Fackellaufroute zu nehmen, berichtet der Guardian.

Die Aktivisten drängen darauf, dass die Unternehmen Druck auf das IOC und Peking machen und Veränderungen erwirken. Andernfalls würden sie riskieren, ihre Marken mit der Sponsorentätigkeit zu schädigen. "Unternehmen, die nicht handeln, müssen mit Demonstrationen und Protestbriefen rechnen. Wir werden die Menschen dazu aufrufen, ihre Werbung zu ignorieren", sagt Ellen Freudenheim von der Kampagne Dream for Dafur. Es sei zwar klar, dass Sponsoren keine Politik machen, aber sie hätten eine starke wirtschaftliche Kraft, internationale Präsenz und Lobby-Firmen. Das alles könne in diesem Zusammenhang genutzt werden.

Die Sponsoren ihrerseits argumentieren, es sei unfair, ihnen die politische Verantwortung für Handlungen der chinesischen Regierung zu übertragen. Sportartikel-Hersteller Adidas etwa zeigt sich "bewusst über die Wichtigkeit der Wahrung von Menschenrechten". Dennoch sollte von Sponsoren nicht erwartet werden, dass sie politische Fragen lösen. Coca-Cola verweist darauf, dass der Konzern die Olympischen Spiele seit 1928 unterstütze und beteuert grosse Sorge in Hinblick auf den Tibetkonflikt.

Amnesty International hat indes alle Olympia-Partner dazu aufgefordert, jegliche Menschenrechtsfragen direkt vor dem IOC und Peking anzubringen. Die universelle Erklärung der Menschenrechte nehme jedes Individuum und jedes gesellschaftliche Organ in die Pflicht. Die Aktivisten glauben fest daran, dass ihre Proteste bereits Wirkung zeigen. Einige Sponsoren würden zumindest hinter vorgehaltener Hand bereits Bedenken aufwerfen, heißt es. (pte)