"Wer Produkte an den Bedürfnissen älterer Menschen orientiert, kann riesige Märkte er-schließen. Zu dieser Einschätzung kommen der St. Gallener Professor Oliver Gassmann und seine Koautoren Gerrit Reepmeyer und Anja Walke in einem Beitrag für den aktuellen Harvard Businessmanager. Hier könnten Manager viel von japanischen Unternehmen lernen: "Der asiatische Inselstaat nimmt bei der Entwicklung, Vermarktung und Distribution seniorengerechter Produkte eine Vorreiterrolle ein -- ist Japan doch die Nation mit dem höchsten Durchschnittsalter weltweit."
Japanische Unternehmen vermeiden es, ihre Produkte mit Problemen wie Alter und Krank-heit in Verbindung zu bringen. Bewusst sprechen sie von "gemeinsam nutzbaren Produk-ten" (japanisch: Kyoyo-Hin) und halten damit die Zielgruppe groß. So können etwa Mo-biltelefone mit extragroßen Tasten bei Jugendlichen als cool gelten, während sie gleichzeitig für ältere Menschen mit Sehproblemen geeignet sind. Die Philosophie dahinter sei, Senio-ren nicht auszugrenzen, sondern zu integrieren. Wie gering die Berührungsängste mit Älte-ren seien, zeige sich auch darin, dass man in Japan von einer "Generation des langen Le-bens und nicht von der "Überalterung der Gesellschaft" spreche, so die Autoren.