Die US-Bundeshandelskammer Federal Trade Commission (FTC) will sich dem zunehmenden Problem des verdeckten Sponsorings auf Blogs annehmen. Wie die New York Times berichtet, hat die Kommission, die unter anderem für den Verbraucherschutz in den USA zuständig ist, hierfür sogar bereits ein spezielles Regelwerk ausgearbeitet, das noch in diesem Sommer in Kraft treten könnte.
Um zu verhindern, dass Blogger mit bezahlten Beiträgen, die für die Leser als ganz normale User-Meldungen erscheinen, die Verbraucher in die Irre führen, will die FTC die "Blogosphäre" generell einer stärkeren Überwachung unterziehen. Blogger, die gesponorte Beiträge veröffentlichen, ohne diese ausdrücklich als solche zu kennzeichnen, sollen dann Angaben der FTC zufolge Entschädigungen an ihre Leser, die sogenannten "Follower", zahlen.
Hintergrund des FTC-Vorstosses ist die überhandnehmende Praxis, dass Unternehmen Blogger beauftragen, bestimmte Produkte mit einer besonders positiven Meinung zu bewerten und diese dann auf einschlägigen Seiten im Web zu veröffentlichen. Die zunehmende Zahl von Bezahl-Beiträgen auf Blogs hat mittlerweile dazu geführt, dass sich die Blogosphäre ernsthafte Sorgen um ihre Reputation machen muss. Die Einführung eines Regelwerks, das diese Praxis unterbinden soll, wird von vielen ihrer Mitgliedern aber dennoch eher kritisch gesehen.
In Zentrum der Bedenken steht dabei vor allem die Frage, ob es einer Regierungsbehörde erlaubt sein sollte, sich in einen derart sensiblen Bereich wie den Weblogs einzumischen. Unklar ist bisher auch, wie die FTC es schaffen will, die unglaubliche Fülle an Blogmeldungen zu kontrollieren, die inzwischen im Netz zu finden ist. (pte)