Verwaltungsrat empfiehlt Angebot von Swisscom zur Annahme

PubliGroupe - Der offerierte Preis und strategische Überlegungen sprächen dafür.

Die Übernahme der PubliGroupe durch die Swisscom ist einen formellen Schritt näher gerückt: Der Verwaltungsrat des Werbevermarktungsunternehmens hat in einem Bericht Stellung zum Angebot des Telekomunternehmens bezogen und heisst dieses wie erwartet gut.

Das Swisscom-Angebot von 214 Franken pro Aktie sei aus finanzieller Sicht angemessen, teilte PubliGroupe am Montag mit. Im Bericht wird gleichzeitig das Kaufangebot des Medienkonzerns Tamedia abgelehnt. Tamedia hatte 190 Franken pro Aktie geboten.

Gemeinsames Vorgehen
Da sich aber Swisscom und Tamedia längst auf ein gemeinsames Vorgehen für die Übernahme der PubliGroupe geeinigt haben, schmerzt dies den Medienkonzern nicht. Dessen Kaufangebot wurde mehr aus formellen Gründen aufrecht erhalten.

Swisscom und Tamedia hegen Interesse an der PubliGroupe hauptsächlich wegen des Verzeichnisdienstes Local.ch, der derzeit je zur Hälfte der PubliGroupe und der Swisscom gehört. Nach einem erfolgreichen Kauf der anderen Hälfte von Local.ch will die Swisscom diesen mit dem Verzeichnisdienst Search.ch von Tamedia zusammenlegen.

Die erste Geige im neuen Joint Venture wird dabei die Swisscom spielen - sie wird 69 Prozent am geplanten Gemeinschaftsunternehmen halten, derweil Tamedia sich mit 31 Prozent begnügen muss. Zusammen sollen Local.ch und Search.ch zu einer Schweizer Alternative zu Google werden.

Zahlen fürs erste Quartal
Im Hinblick auf die Übernahme gab PubliGroupe Geschäftszahlen für das erste Quartal bekannt. Der Umsatz stieg demnach per Ende März um 3,8 Prozent auf 55,7 Millionen Franken. Der Betriebsverlust reduzierte sich um 6 Millionen auf 3 Millionen Franken. Der Grund für die Ergebnisverbesserung seien operative Verbesserungen im Inseratevermittlungsgeschäft der Publicitas, hiess es.

Der per Ende Juni 2014 vollzogene Verkauf von Publicitas an das deutsche Unternehmen Aurelius werde wie bereits früher angekündigt im Jahresergebnis zu einer Abschreibung von rund 30 bis 40 Millionen Franken führen, so PubliGroupe. Für das erste Halbjahr rechne man nach wie vor mit einem positiven operativen Ergebnis. (sda)

"persönlich" gehört seit 2008 zur PubliGroupe.