Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Nielsen identifiziert vier verschiedene Käufertypen hinsichtlich des Einkaufsverhaltens im Supermarkt. Abhängig von Produkt bzw. Warengruppe agieren die Kunden beim Einkauf als einer der folgenden Käufertypen:
Autopiloten
Kauft jemand Artikel des täglichen Bedarfs (z B. Käse, Margarine, Majonäse oder Babybrei) schaltet er oft den Autopiloten ein und greift ohne das Etikett oder den Preis zu überprüfen nach jenen Marken, die er immer kauft und kennt. Die Markenauswahl wird von der Gewohnheit bestimmt und nicht von dem Wunsch, Neues auszuprobieren. Laut Studie liegt der Schlüssel zum Erreichen der Autopiloten darin, das gewohnheitsmässige Einkaufsverhalten im passenden Moment mit der richtigen Ansprache zu unterbrechen und durch externe Reize den Autopiloten auszuschalten.
Wenn dies geschieht, überdenken die Kunden ihre automatisierten Entscheidungen, halten nach Alternativen Ausschau und ziehen neue Angebote in Betracht. Für das Marketing in Autopilot-Warengruppen ergibt sich demnach laut Nielsen, dass man als erfolgreiche und etablierte Marke besser auf radikale Positionierungs- oder Verpackungsänderungen verzichtet. Damit könne man ein gewohnheitsmässiges Verhalten stören, das die Kaufentscheidung zum eigenen Vorteil beeinflusst, wie es in einem Communiqué heisst.
Buzz-Typen
Gemäss der Nielsen-Studie gelten diese Regeln allerdings nicht für Warengruppen, bei denen der Buzz-Typ eine grosse Rolle spielt. Zu diesem Typ gehören Produkte wie Energydrinks und Sportgetränke, Schokolade, trinkfertige Tees und Trinkjoghurts. Beim Einkauf solcher Produkte seien die Kunden nicht auf Autopilot geschaltet -- ihr Radar ist laut Nielsen im Gegenteil voll auf Empfang und sie erkunden aktiv die Alternativen. Das Marketing müsse bei Buzz-Warengruppen den "Buzz" durch ansprechende Werbung, Neueinführungen und innovative Verpackungen erzeugen, sodass ein Produkt im Regal so ansprechend wirkt, dass Interesse und Aufmerksamkeit der Kunden geweckt werden.
Vielfaltsuchende
In Warengruppen, in denen Verbraucher als Vielfaltsuchende agieren, wird der Autopilot oft ausgeschaltet. Der Einkauf immer gleicher Produkte wird den Kunden auf die Dauer langweilig. Sie suchen ihre Bestätigung als Familienköchin bzw. -koch darin, Vielfalt und Überraschungen auf den Esstisch zu zaubern. In diesem Zusammenhang spiele eine ansprechende und informative Verpackung eine wichtige Rolle bei der Einkaufsentscheidung im Vorfeld, wenn die Verbraucher aktiv nach interessanten und innovativen Produkten Ausschau halten. Konsumenten zeigen das Verhalten der Vielfaltsuche laut Studie etwa beim Kauf von Tiefkühlprodukten, Cerealien, Keksen, Kaugummis und Salatdressings.
Schnäppchenjäger
Das Schnäppchenjäger-Verhalten von Kunden zeigt sich in Preisvergleichen und der Suche nach Aktionspreisen. Unter diesem Einkaufstyp werden z.B. folgende Warengruppen gekauft: Thunfisch, Tomatenkonserven, Obstkonserven und auch Pastasaucen.