Viral Marketing geht nach hinten los

Chevrolet - Internetuser reagieren zynisch und verweisen auf Klimaerwärmung.

Viral Marketing bedeutet, den Konsumenten die Werbung mitgestalten zu lassen und ist einer der jüngsten Trends in der Werbebranche. Dass diese Werbeform nicht mit jedem Produkt funktioniert, hat die Automarke Chevrolet mit ihrem neuesten Modell 2007 Tahoe zu spüren bekommen.

Mitte März stellte Chevrolet eine Internetseite online, die es den Besuchern ermöglichte, eine Anzahl von Videoclips mit ihren eigenen Werbeslogans zu vervollständigen. Viele Teilnehmer haben diese Gelegenheit zum Anlass genommen, sich auf ironische und zynische Weise über den hohen Benzinverbrauch von Geländelimousinen und die Klimaerwärmung lustig zu machen.

Laut Melias Tezanos, Pressesprecherin bei Chevrolet, sei nicht geplant diese Clips von der Seite zu nehmen, berichtet die New York Times. In einem der Clips fährt das Automodell durch eine Wüstenlandschaft. Ein zynischer Slogan zum Clip lautet: "Das Öl unseres Planeten ist beinahe aufgebraucht. Man benötigt kein GPS, um zu sehen wohin uns dieser Weg führt" .

Tezanos sagte, dass Chevrolet mit sowohl guten als auch schlechten Reaktionen gerechnet habe. Das Bedürfnis der Unternehmen nach von Kunden geschaffener Werbung sei so gross, so Drew Neisser, Chef der Agentur Renegade Marketing, dass Firmen bereit seien die Risiken auf sich zu nehmen. "Es herrscht ein Goldrauschfieber, was verbrauchererzeugte Inhalte betrifft", sagte Neisser weiter.