Waadtländer geben nicht auf

Champagnerstreit - Protest-Aktion gegen französische Champagner-Produzenten.

Die Gemeinde Champagne VD hat am Samstagmorgen symbolisch das Ortsschild am Dorfeingang ausgerissen. Sie protestiert so gegen die französischen Champagner-Produzenten, die den Wein aus dem 700-Seelen-Dorf nicht anerkennen wollen.

Die Winzer des Waadtländer Dorfes mussten 2004 wegen der Bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der EU den Namen "Vin de Champagne" aufgeben und die Etiketten sowie das Werbematerial neu gestalten. Seither kämpfen sie für eine Anerkennung der früheren Bezeichnung. Eine Baumaschine, die die französische Flagge und eine Champagnerflasche trug, entfernte am Samstagmorgen das Ortsschild. Rund 150 der 731 Dorfbewohner, die englische BBC und zwei französische TV-Ketten wohnten der Aktion bei.

"Je mehr Ärger man uns bereitet, umso mehr verteidigen wir uns", sagte Albert Banderet, Statthalter von Grandson, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Er kritisierte den französischen "Imperialismus" aufs Schärfste. "Realistischerweise werden wir auf dem Gesetzesweg nichts mehr erreichen", sagte Thomas Binschedler, Sprecher des Dorfkomitees. Man hoffe nun, dass die französische Branchenorganisation Comité interprofessionnel des vins de Champagne (CVCI) eine Homonymie, also eine gleiche Schreibweise beider Namen, als Ausnahmeregelung anerkenne.

Das Komitee plant weitere Aktionen, möglicherweise auch in Frankreich. Eine Internetseite ist aufgeschaltet worden, und eine französische PR-Gesellschaft wurde beauftragt.