Wachstum trotz Rezession

Google - Unerwartet hoher Gewinn dank starker Werbeeinnahmen.

Der Internetgigant Google setzt sein rasantes Wachstum auch in der Rezession fort. Starke Werbeeinnahmen bescherten dem erfolgreichsten Suchmaschinenbetreiber am Jahresende zudem einen unerwartet hohen Gewinn. Google reiht sich damit in die kleine Gruppe von Technologieunternehmen ein, die in der Wirtschaftskrise positiv überraschen: Auch Apple und IBM haben ihre Gewinne gesteigert, während der US-Softwareriese Microsoft die Erwartungen enttäuschte und am Donnerstag den Abbau von 5000 Stellen ankündigte.

Der Google-Umsatz stieg im vierten Quartal um 18 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar. Das ist zwar weit von Googles früheren Wachstumsraten entfernt - der Konzern legte oft rund 50 Prozent im Jahr zu. Branchenexperten sprachen dennoch von einer sehr respektablen Leistung angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage und der Kürzungen in den Werbebudgets vieler Firmen. 67 Prozent des Umsatzes wurden über konzerneigene Seiten wie google.com erlöst - ein Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während sich in Grossbritannien, dem zweitgrössten Google-Markt, wegen des schwachen britischen Pfunds "gewisse Schwächen" gezeigt hätten, sei im übrigen Europa ein besseres Ergebnis erzielt worden.

Vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden habe Google stark abgeschnitten. Die Zahl der bezahlten Klicks - ein Massstab dafür, wie oft Google für neben seinen Suchergebnissen platzierte Werbung bezahlt wird - stieg im abgelaufenen Quartal um 18 Prozent. Abgesehen von einmaligen Ausgaben verdiente Google 5.10 Dollar je Aktie, während Analysten lediglich mit 4.95 Dollar gerechnet hatten. Unter dem Strich ging der Reingewinn allerdings wegen Abschreibungen auf die Beteiligungen an Clearwire und die Time Warner-Sparte AOL auf 382 Millionen Dollar von 1,21 Milliarden Dollar zurück.

Google-Chef Eric Schmidt zeigte sich indes zurückhaltend. Im abgelaufenen Quartal habe der Konzern noch von der Weihnachtszeit profitiert, in der viele Internetnutzer online nach Schnäppchen gesucht hätten. "Nun befinden wir uns offenkundig in einer weltweiten Rezession, wie jeder weiss", sagte Schmidt. "Wir wissen nicht, wie lange diese Periode dauern wird." (sda)