Fünf Referenten diskutierten am 10. PR-Symposium über die Schattierungen zwischen Wahrheit und Lüge in der öffentlichen Kommunikation. Das brisante Thema lockte über 200 Fachleute ins Zürcher Kongresshaus.
Kommunikationsprofis von Rang und Namen referierten unter der Leitung von TeleBärn-Redaktionsleiter Matthias Lauterburg über die Schwierigkeit, in der Öffentlichkeit glaubhaft zu kommunizieren. Roger Köppel, Chefredaktor der Weltwoche, forderte dazu auf, Gemeinplätze immer wieder neu zu hinterfragen. Ähnlich plädierte Blick-Chefredaktor Werner De Schepper für den Mut, unsere Gesellschaft mit unbedarften Kinderaugen auszuleuchten. SVP-Nationalrat Ueli Maurer unterschied zwischen einer "parteiischen" und der "ganzen" Wahrheit. Manchmal sei parteigebundene Provokation das letzte Mittel, unangenehme Fakten der Öffentlichkeit bewusst zu machen.
Die beiden Kommunikationsbeauftragten auf der Referentenliste beklagten, dass komplexe Zusammenhänge dabei oft auf der Strecke blieben: "Der sorglose Umgang mancher Journalisten mit Zahlen und Fakten macht mir Mühe", so Peter Marthaler, Head of Corporate Communications Swiss. Unterstützung fand er bei der Chefin Medien & Kommunikation des Bundesamts für Flüchtlinge. Brigitte Hauser-Süess warb für eine differenzierte Berichterstattung: "Für mich ist es wichtig, Offensichtliches zu hinterfragen." Knallige Schlagzeilen würden vielschichtigen Problemen nicht gerecht. Ganz im Zeichen der Provokation standen die satirischen Einlagen des Theaterkabaretts Birkenmeier, Vogt, Birkenmeier. Mit bissiger Zunge forderte das Trio von Referenten und Publikum harsche Selbstkritik.
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