Die "M By Madonna"- Kollektion bei H&M hat dem schwedischen Textil-Riesen einen Gewinnsprung von 27 Prozent auf umgerechnet 587 Millionen Franken im ersten Quartal beschert. Doch der Deal mit dem Weltstar lässt nicht nur die Kassen klingeln: Er leistet der angepeilten Image-Korrektur weiter Vorschub.
Dass die Schweden schon länger weg vom Wühtisch-Image wollen, ist bekannt. Seit 2004 arbeitet man deshalb mit renommierten Couturiers zusammen, die eigene Kollektionen für den Textil-Discounter entwerfen, das ganze zu H&M-üblichen, moderaten Preisen. Den Auftakt machte ein ganz Grosser: Karl Lagerfeld, schillender Chef-Designer von Chanel und Meinungsbildner in der Fashionwelt. Darauf folgten Kollektionen von Beatles-Spross Stella McCartney und dem holländischen Designer-Duo Victor und Rolf.
Nun rührt mit Madonna die Stil-Ikone schlechthin die Werbetrommel für die Schweden. Die Sängerin leiht der Kollektion nicht nur ihren guten Namen, sondern wirbt höchstselbst in TV-Spots, auf Plakaten und in Anzeigen für die Kollektion. Die Nachfrage nach der Madonna-Mode war wie erwartet gross. Seit der Lancierung vergangene Woche in der Schweiz sind die Schlüssel-Teile der Kollektion bereits vergriffen. Wer bei H&M nichts mehr ergattern konnte, sollte es im Internet versuchen. Auf Ebay sind unter der Kategorie Madonna/Kleidung & Accessoires bereits 1'500 Artikel eingestellt.
Die weltweit grösste Modekette treibt die Expansion weiter voran. Vor allem im mittelpreisigen Segment möchte H&M punkten. Mit dem Schwester-Label COS -- Collection of Style. In Deutschland, Belgien und den Niederlanden eröffnen in diesen Tagen neue Stores mit diesem Namen. Ein COS-Store in der Fashion-Metropole London ist bereits erfolgreich angelaufen. Ob es auch in der Schweiz COS-Filialen geben wird, ist noch unklar.