PubliGroupe schreibt weiterhin rote Zahlen: Der Verlust betrug im vergangenen Geschäftsjahr noch 20,9 Millionen Franken, nach 42,1 Millionen Franken im Jahr zuvor. Der Umsatz sank hingegen weiter um knapp einen Viertel auf 1,6 Milliarden Franken. Den gesunkenen Umsatz führt die Werbevermarkterin in ihrem Communiqué namentlich auf den Rückgang in den Print-Werbemärkten zurück. Der Betriebsverlust verringerte sich von 40 Millionen Franken auf 4,5 Millionen Franken - dies sei die Folge "massiver Kosteneinsparungen" und der positiven Entwicklung einiger Geschäftssegmente.
Auf die Ausschüttung einer Dividende will die PubliGroupe verzichten. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gruppe eine moderate Ergebnisverbesserung. Die Kosten sollen um weitere 38 Millionen reduziert werden, wie es heisst. Bereits im 2009 hatte das Unternehmen Kosten in Höhe von 55,1 Millionen eingespart.
An der Medienkonferenz vom Freitag erklärte PubliGroupe-Chef Hans-Peter Rohner zudem, dass man im laufenden Jahr weitere Verlagsbeteiligungen loswerden will. Diesbezüglich laufen gemäss Rohner bereits verschiedene Gespräche. Explizit von einem Verkauf ausgeschlossen sei die Beteiligung an der Freien Presse Holding, die der NZZ gehört. Diese dürfte für die Publigroupe strategische Bedeutung haben, nachdem sie mit der NZZ-Mediengruppe Ende letzten Jahres die Vermarktungsverträge für die "Neue Zürcher Zeitung", das "St. Galler Tagblatt" und die Titel rund um die "Neue Luzerner Zeitung" erneuert hat.
Bereits veräussert hat die Publigroupe dieses Jahr ihre Beteiligung an der Basler Zeitung Medien, die im Februar vom Financier Tito Tettamanti und vom Anwalt Martin Wagner übernommen wurde. Und auch eine Vielzahl von anderen Aktienpaketen von Verlagen hat die Westschweizer Medienvermarkterin, die mit der Inseratevermittlung für Printmedien 2009 tiefrote Zahlen schrieb, in den letzten Jahren abgestossen.
Die Verkäufe der Verlagsbeteiligungen stehen im Zusammenhang mit der Repositionierung der Publigroupe, welche unter anderem einen Ausbau der Aktivitäten im Bereich der elektronischen Medien vorsieht. "Wir beabsichtigen die bleihaltigen Beteiligungen loszuwerden, um diese durch digitale Aktivitäten ersetzen zu können", so Publigroupe-Chef Hans-Peter Rohner am Freitag. (sda/per)