Herr Kappeler, 3i Schweiz und Goldbach Media haben sich über den Erwerb von zehn Prozent der bislang von Goldbach Media gehaltenen eigenen Aktien geeinigt. Wie hoch ist diese Summe in absoluten Zahlen?
Über den Preis ist Stillschweigen vereinbart worden.
Wie wird die Kapitalspritze von 3i die strategische und operative Ausrichtung von Goldbach Media beeinflussen?
Das neue Kapital von 3i werden wir investieren, um Goldbach als führender Vermarkter für elektronische Medien weiter ausbauen zu können und um zugleich ein Kompetenzzentrum der elektronischen Medien zu werden. Wir streben überdies einen Ausbau im Bereich der Mobilkommunikation an. In der Schweiz sollen die Mittel verwendet werden, um unsere marktführende Stellung ausbauen zu können. In Österreich wollen wir das Kapital zum Aufbau unseres Geschäftes zur Verfügung stellen. Wir beabsichtigen dabei eine Duplizierung des Schweizer Geschäftsmodells auf den österreichischen Markt, zumal ein komplettes Crossmedia-Angebot dort weitgehend fehlt.
Wieviel Mitspracherecht hat 3i bei Goldbach Media?
3i ist ein Finanzinvestor und hat deshalb kaum ein Interesse, ins operative Geschäft einzugreifen. Sein Interesse erfolgte einzig aufgrund unserer Ankündigung der Veräusserung. 3i hat die Beteiligung in der Überzeugung gekauft, dass Goldbach Media sich überdurchschnittlich auf dem Mediamarkt entwickeln wird.
Ist längerfristig eine namhaftere von 3i Beteiligung geplant?
Nein, eine Veräusserung weiterer Aktien kommt nicht in Frage. Jene 10 Prozent, die die 3i gekauft hat, haben wir bei der Fusion Goldbach Media und Medien Z Holding zurückgekauft, um sie zu einem späteren Zeitpunkt einem Investor anzubieten. Mit der Veräusserung des Anteils an 3i haben wir diesen Schritt nun realisiert.
Sie sprechen immer wieder von der Bedeutung der Vermarktung elektronischer Medien. Wie stark fällt das Online-Geschäft gegenüber der Vermarktung des TV-Geschäfts ins Gewicht?
Wir werden dieses Jahr -- Schweiz und Österreich zusammengenommen -- rund 10 Prozent des Umsatzes im Online-Geschäft erzielen. Das Marktvolumen in der Schweiz schätze ich für dieses Jahr auf rund 28 bis 30 Millionen Franken ein. Ein gutes Drittel des Gesamtumsatzes wird dabei mit Sicherheit AdLink, das zu unserer Gruppe gehörende Unternehmen, erreichen. AdlLink ist sehr rentabel.
Im Vergleich zu den Medien Print und TV bewegt sich dieses Marktvolumen immer noch auf einem sehr bescheidenen Niveau. Erwarten Sie denn bei der Onlinewerbung einen Umschwung?
Ja, ich erwarte eine noch grössere Steigerung als in den vergangenen Jahren. Ich gehe davon aus, dass der Markt allein im kommenden Jahr noch einmal um 30 bis 35 Prozent zunehmen wird. Dies entspricht dann einem Volumen von 40 Millionen Franken. Meine Zuversicht schöpft sich dabei aus der Gewissheit, dass bei den Kunden ein Umschwung in den Köpfen stattgefunden hat. Man hat bemerkt, dass das Internet nicht nur Usermedium, sondern immer mehr auch Kommunikationsmedium der Wirtschaft geworden ist.
Sie wollen neben TV, Radio, Online, Adscreen auch das Segment Mobile vorantreiben. Welche Bedeutung hat das Vermarktungs- und Vermittlungsgeschäft "Mobile" für Sie?
Wir leben in einer sehr mobilen Gesellschaft, was sich auch an der Durchdringung der mobilen Geräte manifestiert. Der Vorteil dieser mobilen Devices ist, dass die Kunden im Gegensatz zu den klassischen Medien wie Radio und TV überall und immer erreichbar sind. Sieben Tage, 24 Stunden. Unsere Vision ist eine Vermarktung sämtlicher elektronischer Medien. Aus diesem Grund wird der Vermarktung der mobilen Kommunikation künftig eine zentrale Bedeutung zukommen.