Wie Messen auch in Zukunft punkten

Expo Event - Am Freitagmorgen haben drei Branchenkenner diskutiert, wie sie die Messen von morgen verändern wollen.

Der Messesektor Schweiz stehe vor seiner wohl bisher grössten Herausforderung. Digitalisierung, zunehmende Geschwindigkeit und hoher Branchendruck würden die Messeplätze zum Umdenken zwingen. Die Diskussion von Expo Event widmete sich dem Thema, welche Formate die Märkte von morgen bewegen, wie es in einer Mitteilung heisst.


«Grosse Messen verschwinden und neue Formate erobern den Markt», wird Stephan Forseilles, Head of Technology & Digital Transformation bei easyfairs, zitiert. Er mahne dabei zur Vorsicht: «Der Wandel passiert oft schneller, als wir denken. Als Leader der Messebranche ist es unsere Aufgabe, diesen Moment für uns zu nutzen und nicht zu verpassen.» Forseilles sei sich sicher, dass es für das Format Messe nicht zu spät ist.

Das allein reicht aber nicht, wie Podiumsteilnehmer Oliver Vrieze, Chief Marketing & Sales Officer bei Bernexpo Groupe, unterstrichen habe: «Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen uns stetig weiterentwickeln und unseren Besuchern ein immer besseres Erlebnis bieten.» Generell sieht er das sich ändernde Nutzerverhalten als grösste Herausforderung. Die Lösung liege für ihn auf der Hand: «Als Messeveranstalter sind Offenheit und Mut zu Veränderungen unabdingbar.»

Beraten lassen und Zuhause kaufen

Walo Dalhäuser, Managing Director Own Events der MCH Messe Schweiz, hob die Wichtigkeit des Zusammenspiels zwischen Besuchern und Aussteller hervor: «Früher kamen die Besucher an die Messen, um einzukaufen. Heute ist es oft so, dass sie sich an der Messe von unseren Ausstellern beraten lassen, die Geräte vor Ort testen und dann zuhause online einkaufen.» Das markiere ein grosses Problem für die Aussteller und bietet ein entsprechend grosses Frustpotenzial.

Vorsitzender der Geschäftsleitung der Messe Luzern Markus Lauber, sehe in digitalen, konkurrenzübergreifenden Plattformen das zukunftsträchtigste Modell: «Oft haben wir dieselben Aussteller und dieselben Besucher. Deshalb macht es Sinn, wenn wir gemeinsam zeigen, welche Kompetenzen, Erlebnisse und Emotionen an der Messe auf die Besucher warten.» Er habe aber gemahnt: «Wir müssen selbstkritischer sein. Als Messeveranstalter sind wir nicht nur dafür zuständig, Flächen an Aussteller zu vermieten. Alles was wir machen, um die Besucherzahl zu erhöhen, sollte auch unseren Ausstellern einen Mehrwert bieten.»

Der Event fand auf dem Bernexpo-Gelände statt. Dort ging am Sonntagabend nach zehn Tagen auch die Messe BEA zu Ende. 290’000 Besucher wurden gezählt. (pd/log)

Alle Bilder: zVg.