Die Kioskbetreiberin Valora erhöht das Tempo bei ihrer Strategie, Kioske in selbstständige Agenturen umzuwandeln, wie die Zeitung "Der Sonntag" berichtet. Bis Ende Jahr setzte man sich ursprünglich 100 Agenturen zum Ziel. Doch bereits heute sind es 99. "Das Interesse und die Nachfrage seitens unserer Geschäftsführerinnen ist so gross, dass wir unser ursprüngliches Ziel bis Ende Jahr auf 160 erhöht haben", sagt Valora-Präsident Rolando Benedick im "Sonntag". Valora möchte bis 2015 rund 300 ihrer 1'000 Kioskfilialen in selbstständige Agenturen umwandeln.
Um eigenständig zu werden, muss eine Kioskbetreiberin 20'000 Franken Kapital für die Gründung einer nötigen GmbH aufbringen. Man werde durch das Agentur-Modell sein eigener Chef und könne den Umsatz sowie die Kosten beeinflussen, so Benedick weiter. Die Konkurrentin Naville betreibt dieses System in der Romandie schon länger, im Ausland sind Agentur- und Franchisesysteme ebenfalls etabliert. Auch bei Migrolino und Coop Pronto sei dies schon längst der Fall.
Syna und Unia hatten zuletzt wiederholt Kritik an Valoras Agenturstrategie geübt. Der Vorwurf: Man befürchte, dass sich die Arbeitsbedingungen, insbesondere die Löhne, langfristig verschlechtern würden. Valora streitet dies ab.