Wirtschaftskrise zeigt sich im Werbemarkt

Media Focus/Wemf - Inserateeinnahmen deutlich gesunken.

Die Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren im Werbemarkt: Unternehmen und Organisationen haben im Januar Werbung gemacht im Wert von 273,33 Mio. Franken. Das sind 8,7 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat. Abgesehen von Radio, Teletext und Internet hätten alle Mediengruppen an Boden verloren, teilte das Forschungsunternehmen Media Focus am Montag mit. Am härtesten betroffen waren die Kino-Betreiber: Der Werbedruck ging um 44,7 Prozent zurück. Die Publikums-, Finanz- und Wirtschaftspresse musste ein Mius von 24,3 Prozent verbuchen.

Nach Branchen betrachtet spiegelte sich im Werbemarkt vor allem die Krise in der Autoindustrie: Fahrzeuge wurden deutlich schwächer beworben (-19,4 Prozent). Vor allem die Werbung für Luxusautos ging zurück, hingegen nahm der Werbedruck für Fahrzeuge in der Mittelklasse zu. Hart getroffen wurde auch der Schlüsselmarkt "Telekommunikation" mit einem Minus von 29,2 Prozent, wie Media Focus weiter mitteilte.

Auffallend sei die Verschiebung innerhalb der Branche: Während im Januar 2008 Produkte aus der Gruppe "Mobile" ein siebenfach stärkerer Werbedruck aufgewiesen haben als die Internet-Angebote, sind die beiden Bereiche jetzt etwa gleich stark. Grund sei unter anderem der harte Kampf um diverse ADSL-Angebote. Auch mache sich die Übernahme von Tele2 durch Sunrise bemerkbar.

Inserateeinnahmen massiv gesunken

Auch die Inseratestatistik der Schweizer Presse für den Januar 2009 verdeutlicht die Krisenstimmung. Insgesamt meldeten die an der Inseratestatistik beteiligten Titel CHF 123.1 Mio. Inserateeinnahmen. Dies entspricht gegenüber dem Januar 2008 einer Abnahme von 17.7 Prozent. Von den CHF 123.1 Mio. entfielen CHF 21.3 Mio. auf Stellenanzeigen (-31.2 Prozent).

Bei den Liegenschaftsanzeigen (CHF 4.6 Mio.) ergibt sich im Vergleich zum Januar 2008 ein Minus von 23.9 Prozent, und bei den kommerziellen / übrigen Anzeigen (CHF 89.2 Mio.) beträgt die Abnahme 13.8 Prozent. Die Prospektbeilagen (CHF 8.0 Mio.) verzeichneten ein Minus von 13.4 Prozent.