Die Schweizerische Uhrenindustrie will der Herkunftsbezeichnung aus Schweizer Fabrikation mehr Gewicht verleihen. Wo "swiss made" drauf steht, sollen auch massgebliche Leistungen in der Schweiz erfolgt sein.
Die bestehenden Richtlinien seien ungenügend, sagte Swatch-Präsident Nicolas Hayek in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps" vom Samstag. Im globalen Zusammenhang eröffneten sie die Möglichkeit von zum Teil exzessiven Missbrauch. Die Überarbeitung sei nötig, um die Authentizität und die Glaubwürdigkeit zu erahlten, sagte Hayek.
Um künftig die Herkunftsbezeichnung "swiss made" benützen zu dürfen, sollen bei mechanischen Uhren mindestens 80 Prozent der Fabrikationskosten in der Schweiz erfolgt sein, bei elektronischen Uhren wird die Schwelle bei 60 Prozent angesetzt. Zudem sollen die technische Konstruktion und der Prototyp einer Uhr in der Schweiz etfolgt sein.
Neue Richtlinien verabschiedet
Die Uhrenindustrie hat die neuen Richtlinien an der Generalversammlung des Verbandes der Schweizerischen Uhrendindustrie vom vergangenen Donnerstag verabschiedet. "Viele grosse Marken befürchten, dass das Label 'swiss made' in den Augen der Konsumenten entwertet wird", sagte Uhrenverbandspräsident Jean-Daniel Pasche in einem Interview mit der "SonntagsZeitung".
Die aus dem Jahre 1971 stammende Verordnung des Bundesrates beziehe sich alleine auf das Uhrwerk. Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger könnten nach Belieben ausländischer Herkunft sein, Hauptsache, 50 Prozent der Uhrwerkskomponenten stammten wertmässig aus Schweizer Fabrikation, sagte Pasche. Der Konsument kaufe aber eine fertige Uhr, nicht ein Uhrwerk.
Mindestanforderungen wären es, wenn sie sich auf das Endprodukt beziehen würden - so wie bei allen übrigen Produkten, die dem Markenrecht unterworfen seien, sagte Pasche weiter. Marken des mittleren und unteren Segmnets dürfte es schwer fallen, sich im Einkauf nach Schweizer Alternativen umzusehen, räumte Pasche ein. Das dürfe aber keinen Ausrede sein, um die Hände in den Schoss zu legen. (sda)