Yahoo dreiwöchiges Ultimatum gestellt

Microsoft - Softwareriese droht mit feindlicher Übernahme.

Im Übernahmekampf um den Internet-Konzern Yahoo erhöht Microsoft den Druck. Der US-Softwaregigant droht mit einer feindlichen Übernahme, sollte binnen drei Wochen keine Einigung zustande kommen. Es sei an der Zeit zu verhandeln, schrieb Ballmer in einem am Samstag veröffentlichten Brief an die Yahoo-Führung. Sollte es in den kommenden drei Wochen zu keiner Einigung kommen, werde sich Microsoft direkt an die Aktionäre wenden, um die grösste Übernahme in der Branche unter Dach und Fach zu bringen.

Ballmer beklagte in dem Brief, dass sich seit dem am 1. Februar vorgelegten Angebot einer Barzahlung in Höhe von 42 Mrd. Dollar nichts getan habe. Die Wirtschafts- und Finanzkrise in den USA habe auch den Wert von Yahoo geschmälert. Zudem gab Ballmer zu Bedenken, dass Yahoo seit Erhalt des Übernahmeangebots keine alternativen Offerten erhalten habe. Yahoo hat sowohl mit dem Medienkonzern News Corp als auch mit der AOL-Sparte von Time Warner Gespräche geführt, bisher anscheinend jedoch ohne greifbare Ergebnisse.

Yahoo äusserte sich bislang nicht öffentlich zu dem Schreiben. Aus dem Umfeld von Yahoo verlautete, das Konzernspitze wäge nun die Entscheidungsmöglichkeiten ab. Der Internet-Konzern hat die Übernahmepläne wiederholt kritisiert und das Angebot als zu niedrig abgelehnt. Das Anfang Februar von Microsoft vorgelegte Angebot entspricht 31 Dollar pro Yahoo-Aktie und hätte den Aktionären einen Gewinn von 62 Prozent eingebracht. Microsoft strebt mit der Offerte eine stärkere Position im Internetgeschäft in Konkurrenz zu Google an. (sda)