Nach dem endgültigen Scheitern von Microsofts Übernahmeplänen für Yahoo hat sich der Internetkonzern mit dem Suchmaschinen-Spezialisten Google verbündet. Yahoo vereinbarte mit seinem Rivalen eine umfassende Zusammenarbeit. Dies teilten die beide Unternehmen am Donnerstagabend mit. Kurz zuvor hatte Yahoo klargestellt, dass die Gespräche mit Microsoft endgültig gescheitert seien.
Der Softwarekonzern hatte versucht, mit einer Übernahme von Yahoo seine Position auf dem Markt für Internetwerbung auszubauen. Yahoo hofft nun, durch das Platzieren von Google-Anzeigen mehr Geld zu verdienen. Die Kooperation könne Yahoo rund 800 Mio. Dollar jährlich einbringen, hiess es. Das Abkommen mit Google werde die Konkurrenz und die Dynamik in der Entwicklung von Onlinewerbung beleben, argumentierte Yahoo.
Microsoft erklärte am Donnerstag allerdings, das Angebot, nur die Suchmaschine von Yahoo zu übernehmen, bleibe weiterhin bestehen. Microsoft hatte im Februar zunächst rund 45 Mrd. Dollar für Yahoo geboten. Das Internetportal hatte dies als zu niedrig zurückgewiesen. Angesichts der Dominanz von Google in der Internet-Werbung dürfte die Partnerschaft mit Yahoo eine ausführliche Prüfung durch die Wettbewerbsaufsicht auslösen. Es wird erwartet, dass Microsoft kartellrechtlich gegen diese Kooperation vorgehen wird.
Die beiden Partner planten von sich aus für das US-Justizministerium eine Überprüfungsfrist von dreieinhalb Monaten vor dem Inkrafttreten der Vereinbarung ein. Das Abkommen ist zunächst auf vier Jahre angelegt und kann zweimal um je drei Jahre verlängert werden. Die Yahoo-Aktien brachen bereits am Donnerstag um rund 10 Prozent ein und verbuchten zum Handelsauftakt am Freitag ein weiteres Minus von 3,74 Prozent auf 22.64 Dollar. Microsoft hatte bis zu 33 Dollar je Aktie geboten, Yahoo wollte nach Angaben des Windows-Herstellers mindestens 37 Dollar.
Bis zuletzt hatte Grossinvestor Carl Icahn vergeblich die Yahoo-Führung unter Druck gesetzt, einer Übernahme durch Microsoft zuzustimmen. Dem "Wall Street Journal" zufolge machte Microsoft zuletzt den Vorschlag, 16 Prozent an Yahoo für 35 Dollar je Aktie - also insgesamt etwa 7,73 Mrd. Dollar -- zu erwerben. (sda)