Zurich vergibt Medienetat an Mindshare

- Der Versicherungskonzern Zurich hat während Monaten den Mediaetat einer strengen Prüfung unterzogen. Wie nun bekannt ist, heisst die neue Mediaagentur Mindshare. Im Pitch konnte sie sich gegen Aegis Media durchsetzen. Damit ist klar, dass der bisherige Etathalter Zed Media (ZenithOptimedia, Publicis Gruppe) den geschätzten Etat von rund 300 Millionen Franken verliert. Publicis soll weiterhin für die Kreativ-Dienstleistungen zuständig sein. Die Hintergründe:

Der Versicherungskonzern Zurich Financial Services Group (Zurich) arbeitet ab sofort mit der zur GroupM gehörenden Media-Agentur Mindshare zusammen. Der Medienetat umfasst Dienstleistungen wie Media-Strategie, Planung und Einkauf und beinhaltet auch Leistungen für die Marke Farmers in den USA, wie das Unternehmen heute mitteilt. Seit Monaten prüft Zurich seine Agenturbeziehungen. Im Rennen um den Mediaetat waren Mindshare und Aegis Media ("persoenlich.com" berichtete). Der bisherige Etathalter Zed Media (ZenithOptimedia, Publicis Gruppe) verliert den geschätzten Etat von rund 300 Millionen Franken. Die Agentur betreute Zurich seit 2004.

Arun Sinha, Chief Marketing & Communications Officer bei Zurich, sagt: "In einer Zeit sich verändernder Medienlandschaften erachten wir es als wichtig, die Ausgaben im Bereich Medien in einer Agentur zu konsolidieren, um den Wert unserer Investitionen zu maximieren. Die Zusammenarbeit mit Mindshare eröffnet uns neue Möglichkeiten, die Marke Zurich weiter zu einer führenden globalen Marke aufzubauen und unsere weltweite Präsenz zu stärken."

Wie Zurich schreibt, sei der Kreativ-Etat noch bei der Publicis-Gruppe. Sie werde weiterhin weltweit Kreativ-Dienstleistungen für Zurich erbringen. Publicis hält diesen Etat seit der Lancierung der internationalen Markenkampagne "Because change happenz" im Jahr 2005 und hat auch die "Zurich HelpPoint"-Kampagne entwickelt, die im Herbst 2008 lanciert wurde.

Trotz des Publicis-Bekenntnisses schliessen Experten nicht aus, dass Zurich auch den Kreativ-Etat überprüfen wird. Seit längerem kursieren im Markt Gerüchte, wonach der oberste Marketing-Chef Arun Sinha einen Agenturwechsel ins Auge gefasst hat. Was heisst, dass Sinha aufgrund seiner WPP-Vergangenheit den Kreativ- und Mediaetat (bisher Publicis) zum britischen Werbekonzern, geführt von Martin Sorell, transferieren möchte. Der gebürtige Inder, der seit 2007 das Marketing von Zurich leitet, arbeitete vorher während 20 Jahren für das im Postwesen tätige Unternehmen Pitney Bowes, für Philip Morris und Young&Rubicam (WPP).

Mindshare ist ein globales Marketing und Medien-Netzwerk mit einem Umsatz von mehr als USD 23 Milliarden (Quelle: RECMA). Das Netzwerk umfasst 97 Büros in 67 Ländern in den USA, Lateinamerika, Europa, Mittlerer Osten und im asiatisch-pazifischen Raum. Mindshare is Mitglied von WPP, die weltweit führende Kommunikationsdienstleistungsgruppe mit einem Umsatz von USD 63.5 Milliarden.