Seit drei Jahren produziert Migros selber Raclettekäse. Die Menge deckt ein Drittel dessen ab, was der orange Riese benötigt – und entspricht circa sechs Prozent der gesamten Schweizer Produktion.
Das Problem: Die Migros-Käserei ist nicht Mitglied von Raclette Suisse. Sie bezahlt also weder Mitgliederbeiträge noch Beiträge an die Raclettepromotion, wie es in der NZZ am Sonntag heisst. Der Wegfall der Migros-Produktion führe dazu, dass die Organisation nur noch 82 Prozent der gesamten Racletteproduktion abdeckt und nicht mehr wie früher weit über 90 Prozent. Anders gesagt: 18 Prozent des Schweizer Raclettes kommen von Herstellern, die nicht Mitglied sind.
«Es sind Trittbrettfahrer, die von unserer Produktwerbung profitieren, ohne dafür zu bezahlen», wird Jürg Kriech, der Geschäftsführer von Raclette Suisse, im Artikel zitiert. Deshalb beantragt die Organisation beim Bundesrat Guy Parmelin, dass er alle Hersteller dazu zwingt, sich an der Basiswerbung für Raclette zu beteiligen. Migros würde damit ungefähr 170'000 Franken zahlen müssen. Der Grossverteiler warte die Publikation des Gesuchs ab, bevor er sich zu einer weiteren Vorgehensweise äussert, erklärte er gegenüber der NZZ am Sonntag. (spo)