Der Verband Aussenwerbung Schweiz (AWS) sowie der Aussenvermarkter Clear Channel haben am 19. August eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Post eingereicht, wie die Schweiz am Wochenende (SchaW) berichtet. Hintergrund: Sie wehren sich gegen die Übernahme ihres Konkurrenten Livesystems durch den Gelben Riesen. AWS und Clear Channel hatten sich zuvor mit einer Aufsichtsbeschwerde an die Postaufsichtsbehörde PostCom gewandt – erfolglos: Sie hatten dem Medienbericht zufolge eine «abschlägige Verfügung» erhalten.
Auch das Unternehmen Abacus ist ans Bundesverwaltungsgericht gelangt. Am 18. August hat die IT-Firma gemäss der SchaW eine Beschwerde gegen die Aufsichtsbehörde der Post eingereicht. Abacus wehrt sich gegen den Kauf der Aktienmehrheit am Buchhaltungssoftwareanbieter Klara durch die Post. Die Übernahme sei ein Präzedenzfall, so der Abacus-Chef Claudio Hintermann im Medienbericht: «Schauen wir hier untätig zu, dann dringt der Staatskonzern immer weiter vor in privatwirtschaftliche Bereiche.»
Wie bei AWS und Clear Channel hatte sich die PostCom der SchaW zufolge auch im Fall der Klara-Übernahme als «nicht zuständig» erklärt, wogegen sich Abacus nun wehrt. «Die Sache sei an die PostCom zurückzuweisen», wie es in der Beschwerde heissen soll.
Abacus hat dem Medienbericht zufolge gleich mehrere Eventualanträge nachgereicht – für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht selbst entscheiden werde. Demnach verlangt die IT-Firma, dass die Klara-Übernahme durch die Post rückgängig gemacht werde und allfällig «festgestellte Rechtsverletzungen durch das Vorgehen der Post» veröffentlicht würden. Verbleibt Klara im Post-Konzern, dann soll Abacus seine Gratis-Dienstleistungen nicht mehr zum Nulltarif anbieten dürfen, sondern wie die Konkurrenz «zu kostendeckenden, marktüblichen Bedingungen», wie die Schweiz am Wochenende weiter aus der Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht zitiert. (tim)