Die Anzeigenflaute setzt auch der "New York Times" zu. Zum zweiten Mal in etwas mehr als einem Jahr streicht die US-Tageszeitung aus Kostengründen erneut 100 Redaktionsstellen. "Lange Rede, kurzer Sinn: Uns wurde gesagt, dass wir in der Redaktion 100 Stellen streichen müssen, von jetzt bis Jahresende", erklärte Times-Chefredakteur Bill Keller am Montag in einer Mitteilung an die Beschäftigten.
Die Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bereits um fünf Prozent gekürzt. Dies sei in der Hoffnung geschehen, auf weitere Stellenstreichungen verzichten zu können, schrieb Keller in der Mitteilung. "Ich akzeptiere aber, dass es nun doch passieren wird und es sollte schnell geschehen. Wir werden dies durchstehen und weitermachen."
Die Zeitung hat nach eigenen Angaben 1250 redaktionelle Mitarbeiter. Andere Zeitungen in den USA beschäftigen maximal etwa 750 Journalisten. Die "New York Times" hatte wegen zurückgehender Anzeigeneinnahmen und sinkender Abonnentenzahlen im vergangenen Jahr zunächst vorwiegend Beschäftigten im nicht-journalistischen Bereich gekündigt.
Der Eigentümer der Zeitung, die New York Times Co, will am Donnerstag Geschäftszahlen vorlegen. Die Firma sah sich zuletzt mit rückläufigen Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft sowie steigenden Schulden konfrontiert. Auch andere Verlage, etwa der Herausgeber von USA Today, Gannett, haben ähnliche Probleme. Bei Gannett sanken die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft im dritten Quartal um knapp 30 Prozent. (sda)